
| Abtenauer | |
|---|---|
| Farbe | Überwiegend Rappen und Füchse, keine Tigerschecken! |
| Stockmaß | ca. 155 cm |
| Exterieur | Verkleinertes Modell des Norikers, trockener, harmonischer Körperbau, kräftiges Fundament |
| Eigenschaften | Ruhiges Temperament, anspruchslos, leichtfuttrig, robust, energisch, arbeitswillig; trittsicher, wendig, ausgeprägtes Gleichgewichtsgefühl; flotte Gänge |
| Verwendung | Arbeit an Berghängen, Holzabfuhr im Gebirge |
| Herkunft, Verbreitung | Österreich (Bundesland Salzburg und Zuchtzentrum Hochtal Abtenau) |
| Besonderes, Geschichte | Die Zuchtgeschichte entspricht der des österreichischen Norikers; Bestand ca. 100 Zuchtstuten; durch die Abgeschlossenheit des Hochtales wurde der "klare" Typ des Abtenauers begünstigt |
| Zuchtbuch | Stutbuchordnung von 1898 |
| Achal-Tekkiner | |
| Farbe | Vorwiegend Braune, Füchse oder Falben mit deutlichem Metallschimmer |
| Stockmaß | 150 bis 165 cm |
| Exterieur | Kleiner eleganter Kopf, ausdrucksvolle Augen; langer, dünner Hals (oft Hirschhals); schräge Schulter, muskulöse Brust, langer, schlanker Rumpf, ausgeprägter Widerrist, langer Rücken, breite, kräftige Kruppe; gut markierte Sehnen und Gelenke, lange Beine, harte Hufe; seidiges Fell, Mähne und Schweif spärlich, teilweise fehlen Schopf und Mähne völlig |
| Eigenschaften | Hart, ausdauernd, widerspenstig, temperamentvoll, mutig, gesund, leichtfuttrig; viel Galoppiervermögen; hohe Widerstandkraft gegen Hitze, Trockenheit und Kälte, kann viele Hundert Kilometer ohne Wasser zurücklegen |
| Verwendung | Distanzreiten, Rennpferd; bewährt als Dressur-, Spring-, Jagd- und Militärypferd sowie im Fahrsport |
| Herkunft, Verbreitung | Turkmenistan (Gestüt Machmut Kuli), Kasachstan (Gestüt Lugowsk), Kirgisien, Usbekistan, Kaukasus (Gestüte Tersk und Stawropol, einige Sochwosen der GUS), Iran (Norden), Europa (Deutschland, Frankreich und Österreich), USA, Kanada |
| Besonderes, Geschichte | Eine der ältesten Pferderassen der Welt, bereits 1000 v.Chr. weltberühmte Zucht in Aschkahabad; der Nomadenstamm der Tekke gab der Rasse den Namen und hielt sie durch sorgfältige Selektion rein; die Garde des Perserkönigs Darius (522 - 486 v.Chr.) ritt ausnahmslos Achal-Tekkiner; Marco Polo führt ihre Abstamung auf den Bukephalos (Alexanders Pferd) zurück; unter Timur Lenk (1336-1405) Blutauffrischung durch arabische Stuten; über Byerley's Turk vermutlich ein Turkmene oder Muniqui-Araber, auch Linienbegründer der modernen Vollblutzucht; in Deutschland recht selten und aus diesem Grund sehr teuer |
| Zuchtbuch | Seit 1938 Reinzuchtprogramm, ab 1973 Originalzuchtprogramm |
| Achetta (Sardisches Pony) | |
| Farbe | Rappen, Dunkelbraune, Braune |
| Stockmaß | 120 bis 140 cm |
| Exterieur | Kleines, drahtiges Pony mit orientalischem Einfluss; ausdrucksvoller Kopf, mittellanger, gut aufgesetzter Hals, schräge Schulter, tiefer Rumpf; trockenes, festes Fundament, harte Hufe |
| Eigenschaften | Trittsicher, ausdauernd, genügsam, energisches Temperament |
| Verwendung | Halbwild in kleinen Familienverbänden lebend; Reitpony mit ausdauerndem Trab; Zug- und Lastenpony; Fleischlieferant |
| Herkunft, Verbreitung | Italien auf der Giara de Gesturi (Hochplateau im Süden der Insel Sardinien) |
| Besonderes, Geschichte | Verwilderte Nachkommen der hier seit Jahrhunderten lebenden Pferde der numidischen und karthagischen Eroberer; sie ernähren sich überwiegend von den Sumpf- und Wasserpflanzen auf der Hochebene und weiden auch "unter Wasser" (bis 15 Sekunden mit den Nüstern unter Wasser!); einmal jährlich werden sie eingefangen, tierärztlich versorgt, überzählige Tiere werden an die Regionalverwaltung verkauft |
| Aegidienberger | |
| Farbe | Alle Farben, vorwiegend dunkle |
| Stockmaß | 140 bis 150 cm |
| Exterieur | Trockener, ausdrucksvoller Kopf, lebhafte Augen; kurzer starker Hals, muskulöse, fast steile Schulter, wenig Widerrist, viel Gurtentiefe, kurzer, starker Rücken, breite muskulöse Kruppe; stabiles, trockenes Fundament, gut geformte, harte Hufe |
| Eigenschaften | Freundlich, menschenbezogen, intelligent, leistungswillig, "elegant", robust, umgänglich, leichtrittig |
| Verwendung | Beliebt bei Gangpferdereitern (Tölter); Freizeitpferd für Sport und Show, Wander- und Distanzreiten |
| Herkunft, Verbreitung | Deutschland; Österreich |
| Besonderes, Geschichte | Fünfgänger mit genetisch verankertem Tölt; Ergebnis einer systematischen "Fünfachtelkreuzung" aus Isländer und Paso Peruano des Islandpferdezüchters W. Feldmann sen. |
| Zuchtbuch | Rasse erst 1994 offiziell als "Aegidienberger" anerkannt; wird im Rheinischen Pferdestammbuch geführt |
| Albino (American Albino, American Cream and White) | |
| Farbe | Nur weißgeborene Schimmel mit unpigmentierter Haut oder Cremellos (Gelbton im Kurzhaar), hellblaue, dunkelblaue oder hellbraune Augen |
| Stockmaß | 144 bis 162 cm (Pferd), 102 bis 144 cm (Pony) |
| Exterieur | Der Exterieur entspricht den Blutlinien der für die Zucht verwendeten Pferde: a) im Western Type (mehr oder weniger Quarter-Horse-, Morgan- oder Araber-Blut) b) im English Type (Kreuzungen aus Saddle Horse, Morgan, Araber oder Englischem Vollblut) Albino Pony: zur Hälfte Shetland- oder Welsh Pony-Blut Gerader trockener Kopf, breite Stirn; gut proportionierter, mittellanger Hals, schräge Schulter, wenig Widerrist, kräftiger Rücken, muskulöse, abgeschlagene Kruppe; schlanke bis kräftige Beine, manchmal wenig stabile Hufe |
| Eigenschaften | Entsprechend dem Rassetyp: lebhaftes Temperament, freundlich, intelligent, leistungsbereit |
| Verwendung | Leistungen entsprechen dem jeweiligen Rassetyp: Reiten, Westerndisziplinen, Western Show Horse, Fahren, Zirkuspferd |
| Herkunft, Verbreitung | USA, Kanada, (Frankreich) |
| Besonderes, Geschichte | Typische Schwächen: hohe Empfindlichkeit der Haut und der Augen gegen Sonnenlicht, daher nur begrenzt einsetzbar; es gibt erfolgreiche Versuche, die Lichtüberempfindlichkeit wegzuzüchten; keine eigenständige Rasse, sondern Untergruppe der Western Horses; wird seit Beginn des 20. Jh. bewusst gezüchtet; bei anderen Rassen sind Albinos "Zufallsprodukte"; ursprünglich Zucht der White Horse Ranch in Nebraska/USA von Ruth und Caleb Thompson; der Deckhengst Old King (geb. 1906) führte Morgan- und Araberblut, war milchweiß, hatte rosa Haut und braune Augen; die Nachkommen waren alle milchweiß mit blassrosa Haut und blauen, braunen oder nussbraunen Augen |
| Zuchtbuch | 1937 Gründung des American Albino Horse Club durch Cal Thomson; 1937 Aufstellung eines Zuchtprogramms und Gründung der American Albino Association Inc.; seit 1970 Zuchtregister für American Cream Horse; seit 1980 weltweite Ausdehnung der Zucht unter dem Namen International American Albino Assn. |
| Altai-Pony | |
| Farbe | Schimmel, Füchse, Braune, Rappen, auch Tigerschecken und Falben |
| Stockmaß | ca. 140 cm |
| Exterieur | Mittelgroßer, derber Kopf, breite Stirn, lebendige Augen; kurzer muskulöser Hals, steile Schulter, große Gurtentiefe; kräftiger, tiefer Rumpf, mittellanger Rücken, muskulöse, schräge Kruppe; kurze kräftige Gliedmaßen, gelegentlich säbelbeinig, gesunde Hufe, wenig Behang |
| Eigenschaften | Robustes kleines, trockenes Gebirgspferd; widerstandsfähig, genügsam, leistungsfähig, kräftig, trittsicher |
| Verwendung | Trag- und Reitpferd (kann bis zu 160 kg transportieren); Stutenmilch- (bis zu 10 l pro Tag/Stute) und Fleischlieferant |
| Herkunft, Verbreitung | Altai-Gebirge der GUS |
| Besonderes, Geschichte | Zucht ist über 2.500 Jahre alt; Einfluss durch das Mongolische Pferd, den Kirgisen sowie persische und arabische Rassen; das ursprünglich größere Altai-Pferd passte sich den ungünstigen Standortbedingungen (Gebirge und extreme klimatische Bedingungen) an und wurde kleiner und widerstandsfähiger; für die Fleischproduktion Einkreuzung von Litauischem, Russischem und Schwerem Sowjetischem Kaltblut |
| Altér Real | |
| Farbe | Überwiegend Braune, Schwarzbraune, Rappen, Füchse, selten Schimmel |
| Stockmaß | 150 bis 160 cm |
| Exterieur | Mittelgroßer, ausdrucksvoller Kopf, oft Ramsnase, weit auseinanderliegende Augen; gut aufgesetzter Hals, starke Schulter, tiefe, breite Brust, wenig Widerrist, kurzer Körper, kräftige Hinterhand, muskulöse, leicht abfallende Kruppe; feste Beine, flexible Sprunggelenke, harte Hufe; üppiges Langhaar |
| Eigenschaften | Intelligent, temperamentvoll, tapfer, widerstandsfähig; elegante auffällige Bewegungen |
| Verwendung | Stierkampf, "Spezialist" für die Hohe Schule; verwendbar in allen anderen Reitsportdisziplinen |
| Herkunft, Verbreitung | Portugal, zunehmend Europa |
| Besonderes, Geschichte | Nobler Vertreter einer alten iberischen Edelrasse, die nahezu verschwunden war; 1748 Beginn der Zucht mit 300 importierten Andalusierstuten im königlichen Gestüt Vila de Portel (Gestüt Altér do Chao - heute Staatsgestüt, Provinz Alentejo) zur Versorgung der königlichen ("real") Ställe in Lissabon, Namensgeber war König Juan V.; sein Sohn Jose I. führte die Zucht weiter; ab 1801 konsequente Selektion für die Hohe Schule; durch die Schließung des Gestüts 1834, fehlgeschlagene Kreuzungsversuche mit Hannoveranern, Normannen, Arabern sowie Kriege wurde die Rasse in der ersten Hälfte des 19. Jh. fast zerstört; seit 1941 (nur noch zwei reinblütige alte Hengste und 12 Stuten vorhanden) Wiederaufbau der Zucht mit reinen Andalusiern (Zapateros der Züchterfamilie Zapata) und Erhalt der Zuchtbasis; gerettet wurde die Rasse Anfang des 20. Jh. durch den portugiesischen Hippologen und Züchter Dr. Ruy dŽAndrade |
| Altmärkisches Kaltblut | |
| Farbe | Braune, Füchse, Rapp-, Braun-, Fuchsschimmel |
| Stockmaß | 158 bis 165 cm |
| Exterieur | Markantes Gesicht, gerades Profil; kräftiger, gut aufgesetzter Hals, muskulöser Körper, schräge Schulter, lange Kruppe; trockenes korrektes Fundament, harte Hufe |
| Eigenschaften | Energisch, gutmütig, ruhiges Temperament, harte Konstitution |
| Verwendung | Vielseitig verwendbar |
| Herkunft, Verbreitung | Deutschland (Hauptzuchtgebiet Sachsen-Anhalt) |
| Besonderes, Geschichte | Shire Horse, Belgier und Percheron bildeten die Grundlage; 1891 Gründung des Landgestüts Kreuz in Halle (Saale); Gründung der Hengsthaltergenossenschaft Mahlwinkel durch Werner Thiele, die Provinz Sachsen wurde zu einem der drei großen Kaltblutzuchtgebiete; Erhalt des "Kulturgutes Kaltblutpferd in Sachsen-Anhalt" dank einiger Pferdeleute nach dem 2. Weltkrieg; durch gesteuerte Inzucht, Zuchttieraustausch und Import belgischer Hengste sollen die charakterischen Typmerkmale erhalten bleiben |
| Alt-Oldenburger | |
| Farbe | Rappen, Braune, (Dunkel-)Füchse |
| Stockmaß | ca. 165 cm |
| Exterieur | Schwerstes deutsches Warmblutpferd; mittelgroß, gute Schulter, ausgeprägter Widerrist; tiefe Brust; starkes Fundament, kräftige Gelenke, gute Hufe |
| Eigenschaften | Leistungsfähig, gesund, leichtfuttrig, nervenstark, ausgeglichen, zugkräftig |
| Verwendung | Fahr- und Reitpferd, Landwirtschaft und Gewerbe; gute Mechanik (langer Schritt, raumgreifender Trab) |
| Herkunft, Verbreitung | Deutschland (Hauptzuchtgebiet Oldenburg), Europa |
| Besonderes, Geschichte | "Pferde"-Graf Anton-Günther (1583-1667) war sachverständiger Begründer der Zucht in Oldenburg; über 1.000 Pferde standen in seinen Stallungen, jährlich wurden bis zu 5.000 Pferde exportiert; die Karossiers sind noch heute an europäischen Fürstenhöfen geschätzt; durch das Körgesetz wurde die Einkreuzung neapolitanischer und spanischer Hengste beendet; nach 1945 Umzüchtung zum Sportpferd mit dem Vollblüter Adonis xx (ab 1959); Ende der 80er-Jahre Rückzüchtung durch Freunde des "Original Oldenburgers" |
| Zuchtbuch | Körgesetz ab 1819; 1989 Anerkennung des Zuchtverbands für das Alt-Oldenburger Pferd e.V. |
| Altwürttemberger | |
| Farbe | Alle Grundfarben |
| Stockmaß | 155 bis 165 cm |
| Exterieur | Mittelgroßer, trockener Kopf, aufmerksame, freundliche Augen; kräftiger, gut gewölbter Hals, lange schräge Schulter, markierter Widerrist, mittellanger, kräftiger Rücken, gute Hinterhand; gutes Fundament, harte Hufe |
| Eigenschaften | Ruhiges Temperament, leichtfuttig, ausdauernd, zuverlässig, leistungsstark; raumgreifende Gänge |
| Verwendung | Ursprünglich Landwirtschaft und Heer; heute Reit-, Fahr- und Freizeitpferd |
| Herkunft, Verbreitung | Deutschland (insbes. Baden-Württemberg) |
| Besonderes, Geschichte | Grundlage waren Ostpreußen, Anglo-Normänner sowie altes württembergisches Blut und Oldenburger; ein verbindliches Zuchtziel wurde durch Landoberstallmeister von Hofacker begründet: Faust, geb. 1885, ein Anglo-Normänner im Cob-Typ, wurde zum Stammvater der Zucht; um 1900 fehlgeschlagene Kreuzungsversuche mit Englischem Vollblut, Holsteinern und Oldenburgern; nach 1950 Umzüchtung zum Sportpferd; Rasse war vom Aussterben bedroht; 1988 wurde in Marbach ein Verein zur Erhaltung gegründet |
| American Cream Draft Horse | |
| Farbe | Erlaubt ist nur die Farbe Creme (Isabelle, früher Recht- oder Gelbisabelle) mit bernsteinfarbenen Augen (Birkenauge), weißes Langhaar, rosa- bis blassrosafarbene Haut; weiße Abzeichen erwünscht |
| Stockmaß | 152 bis 172 cm |
| Exterieur | Mittelschwerer Kaltblüter; wenig Behang; feines, welliges Langhaar |
| Eigenschaften | Guter Charakter, gutes Temperament |
| Verwendung | |
| Herkunft, Verbreitung | USA, vorwiegend im Mittleren Westen |
| Besonderes, Geschichte | Reine Farbzucht; Besonderheit: die Augen der Fohlen sind bei der Geburt meistens weiß und werden im Verlauf von Monaten dunkler; Stammmutter der Rasse war die cremefarbene Stute Old Granny; Beginn der Zucht Anfang des 20. Jh.; für die Zucht werden nur sorgfältig ausgesuchte Pferde verwendet, um einen in Körperbau und Farbe einheitlichen Typen zu züchten |
| Zuchtbuch | 1944 Gründung der American Cream Draft Horse Association |
| American Miniature Horse | |
| Farbe | Alle Farben |
| Stockmaß | 60 bis max. 85 cm |
| Exterieur | Kopf proportional zum Körper, bewegliche Ohren, breite Stirn, gerades oder leicht konkaves Profil, verhältnismäßig geringer Abstand zwischen Augen und Maul; gut proportionierter Hals, lange, schräge Schulter, muskulöser Rumpf, gute Gurtentiefe, kurzer Rücken, lange kräftige Hinterhand, gut angesetzter, leicht getragener Schweif; korrekte Gliedmaßen, runde, feste Hufe; seidig glänzendes Fell und Langhaar |
| Eigenschaften | Liebenswerter Charakter, umgänglich, leistungswillig, menschenbezogen; schwungvolle Bewegungen |
| Verwendung | Reiten, Fahren und zum Spielen für kleine Kinder, "Haustier", Therapiepferd für körperlich zurückgebliebene Kinder und Erwachsene |
| Herkunft, Verbreitung | USA, Kanada, Westeuropa |
| Besonderes, Geschichte | Ursprung dieser Rasse liegt in Europa; für den Hochadel wurde ab dem frühen 16. Jh. ein Miniatur-Pferd gezüchtet; als der Hochadel verschwand, wurden die Miniponys für Bergwerke gezüchtet und mit Shetlandponys gekreuzt; einige Exemplare wurden nach Amerika exportiert und zielstrebig weiter gezüchtet; heute sind immer wieder Exemplare anzutreffen, die dem nicht erwünschten Ponytyp entsprechen; Proportionen und Erscheinungsbild sollen einem Großpferd, gerne im Araber- oder Vollbluttyp, gleichen |
| Zuchtbuch | a) American Miniature Horse Assosiation (AMHA): Die Pferde dürfen 5-jährig eine Größe von 34 Zoll (86,36 cm) nicht überschreiten; das Zuchtbuch wurde am 31.12.1987 geschlossen; alle Fohlen die nach dem 31.12.1995 geboren wurden, mussten entweder Blood Typed oder/und DNA getestet werden, damit ihre Nachzucht im AMHA registriert werden konnte
b) American Miniature Horse Register (AMHR): Hier gibt es 2 Unterteilungen in A (bis 34 Zoll = 86,36 cm) und B (über 34 bis 38 Zoll = 95,52 cm) |
| American Saddlebred Horse (früher: Kentucky Saddle Horse, Virginia Saddle Horse) | |
| Farbe | Alle Farben erlaubt |
| Stockmaß | 152 bis 162 cm |
| Exterieur | Schmaler, ausgeprägter Kopf, große, wache Augen; langer, eleganter, hochangesetzter Hals, breite Brust, gut markierter Widerrist, lange, schräge Schulter, gerader, kräftiger Rücken, gerade Kruppe, hoher Schweifansatz (oft durch operativen Eingriff (Kappen des Schweifmuskels) unterstützt); kräftige, elastische Hinterhand, lange elegante Beine, trockene Gelenke, gute, nicht sehr große, feste Hufe; hohe Kopf- und Schweifhaltung, langes üppiges Langhaar |
| Eigenschaften | Leistungsstark, intelligent, vertrauensvoll, ausdauernd, genügsam |
| Verwendung | Show Horse mit hohen, stechende Aktionen und raumgreifenden Tritten, Westernreiten, Fahrsport |
| Herkunft, Verbreitung | USA (Hauptzuchtgebiete Kentucky, Virginia, Missouri und Indiana); weltweit |
| Besonderes, Geschichte | Im 18. Jahrhundert gezüchtet aus der Verbindung eines Narragansett Pacers mit einem Vollblüter; sehr ausdauerndes Plantagenpferd in Kentucky und Virginia; später beliebtes Kavalleriepferd; wird für Horse Shows mit tierquälerischen Methoden zu besonders hoher Aktion der Vorderhand ausgebildet (Einbau von Gewichten zwischen Huf und Eisen); Züchtervereinigungen unterscheiden drei Show-Typen: 1. Threegaited Saddle Horse: Dreigänger, der in Schritt, Trab und Kanter (versammelter Galopp mit sehr hoher Knieaktion) vorgestellt wird; Mähne geschoren 2. Fivegaited Saddle Horse: Fünfgänger mit langer, wallender Mähne und Schweif, der in den drei natürlichen Gangarten sowie in zwei "künstlich" erlernten vorgestellt wird: Slow Gait und Rack (s. Lexikon) 3. Fine-Harness-Horse (einspännig vor einem sehr leichten vierrädrigen Buggy mit schnellem Schritt und leichtem Park-Trab vorgestellt) |
| Zuchtbuch | 1776 erstmalig registriert; American Saddlebred Horse Association, Kentucky |
| American Shetland Pony | |
| Farbe | Alle Farben, überwiegend Hellbraune, Rappen, Schimmel |
| Stockmaß | 91 bis 117 cm |
| Exterieur | "Vollblüter en miniature": edler Kopf, gerades oder leicht gewölbtes Profil, intelligente und freundliche Augen; tiefer, kräftiger Rumpf, mittelhoher Widerrist, ausreichend schräge Schulter, kurzer kräftiger Rücken, lange, gerade, breite Kruppe, hoch angesetzter Schweif; gut bemuskelte Beine und gut markierte Gelenke; Röhren und Fesseln sind länger als bei anderen Shetland-Typen; mittelgroße, runde Hufe; Langhaar wellig und mittelfein |
| Eigenschaften | Lebhaft, sehr intelligent, spritzig, ausdauernd, gesund |
| Verwendung | Show-Pferd mit viel Knieaktion, zum Fahren, Trabrennen, beliebtes Kinderreitpony |
| Herkunft, Verbreitung | USA, Kanada, Puerto Rico, Südamerika, verschiedene europäische Länder |
| Besonderes, Geschichte | Um 1800 kamen die ersten Shetland Ponys nach Amerika, Einkreuzung von Hackneys und Zucht im Reitpony-Typ |
| Zuchtbuch | 1888 Gründung des American Shetland Pony Club |
| American Standardbred (Amerikanischer Standard-Traber) | |
| Farbe | Alle Farben, vorrangig Braune oder Rappen, wenig Abzeichen |
| Stockmaß | 152 bis 165 cm |
| Exterieur | Unterschiedlich; dem Vollblut ähnlich, aber robuster und stämmiger; Kopf edel und ausgeprägt, kleine Ohren, freundliche Augen; kräftiger Hals, muskulöse, schräge Schulter, wenig ausgeprägter Widerrist, viel Gurtentiefe, hohe, oft überbaute Kruppe, kräftige Hinterhand; kurze, kräftige Gliedmaßen, oft kuhhessig, tief sitzende Sprunggelenke, hervorragende Hufe |
| Eigenschaften | Mutig, gelassen, robust, ausdauernd, sehr intelligent |
| Verwendung | Ausschließlich Trabrennen, Hauptgangart Renntrab oder Rennpass |
| Herkunft, Verbreitung | USA (Kentucky, Kalifornien, Pennsylvania), Nachzuchten in Kanada und Europa |
| Besonderes, Geschichte | Hoch im Blut stehendes Trabrennpferd, gilt als das beste Trabrennpferd der Welt; Zucht auf der Basis von Englischem Vollblut, Norfolk Trotter (Hackney, Orientalen, Morgan sowie Narragansett und Canadian Pacer); zu Beginn des 19. Jh. reguläre Organisation der Trabrennen und -zucht und Aufstellung von Standard Leistungsnormen (die zum Namen Standard Bred führte); extrem hohe Geschwindigkeit (auf kurzen Strecken bis 48 km/h); den Weltrekord von 1:49,1 min/1 Meile stellte 1980 Niatross auf; Standardforderungen für die Meile (1608 m) sind für Traber 2:30 min, für Pacer 2:25 min |
| Zuchtbuch | 1870 Gründung der National Trotting Association, 1887 der American Trotting Association, seit 1938 in der United States Trotting Association zusammengefasst; Stutbuch: Standard Bred Sires and Dams |
| Andalusier (Pura Raza Espanola) | |
| Farbe | Schimmel, Braune, Rappen; Füchse und Schecken unerwünscht |
| Stockmaß | 150 bis 162 cm |
| Exterieur | Trockener Kopf, breite Stirn, lebhafte, große Augen, gerades oder leicht konvexes Profil; langer, gebogener Nacken, mittellanger, schön geformter Hals; tiefer, kurzer Körper, lange, muskulöse Schulter, breiter, gut bemuskelter Widerrist, kräftige, abgerundete Hinterhand; kräftige Beine mit kurzen Röhren, hart Hufe; dichtes, seidiges Langhaar |
| Eigenschaften | Intelligent, ausdauernd, genügsam, ruhig, sanft, willig, stolz, wendig, mutig, menschenbezogen, guter Charakter, feuriges Temperament; energische raumgreifende Bewegungen, hohe Knieaktion, "Glockenspielergang" |
| Verwendung | Reit- und Fahrpferd, Hohe Schule der Dressur, Paraden, Stierkampf, |
| Herkunft, Verbreitung | Spanien, Andalusien, Kartäuserkloster in Jerez de la Frontera (gegr. 1476), Europa, Lateinamerika, viele Länder der ganzen Welt |
| Besonderes, Geschichte | Prototyp des "Barockpferdes"; Ursprung ist die Cartujano-Linie (Karthäuser) Anfang des 15. Jh.; Übernahme der Zucht durch die Familie Zapata; das spanische Militär züchtet noch heute im ehemaligen Kartäuserkloster in Jerez das reine "Cartujano"-Pferd; Veredler vieler Rassen (Friesen, Holsteiner, Oldenburger, Lipizzaner, Trakehner) |
| Zuchtbuch | 1912 Gründung des Stutbuchs; Zuchtverband in Sevilla |
| (Französischer) Anglo-Araber | |
| Farbe | Alle Farben, häufig Schimmel, keine Albinos |
| Stockmaß | 155 bis 165 cm |
| Exterieur | Hübscher Kopf, ausdrucksvolles Gesicht; elegante, harmonische Oberlinie, mächtige Schulter, ausgeprägter Widerrist, tiefe Brust, kurzer Rücken, lange Kruppe, gut proportionierte Hinterhand, hoch angesetzter Schweif; lange, schlanke Beine, starke Sprunggelenke, kleine, harte Hufe; feines seidiges Langhaar |
| Eigenschaften | Leistungsfähig, sensibel, gesund, genügsam, ausdauernd, tapfer, lebhaft, intelligent, der "Renntyp" ist oft nervig, kompliziert und schwierig |
| Verwendung | Für alle pferdesportlichen Disziplinen, vor allem Springen und Military; Rennen; Veredler für Warmblutrassen |
| Herkunft, Verbreitung | Südwesten Frankreichs, weltweit verbreitet |
| Besonderes, Geschichte | Schon im 11. und 12. Jh. kamen orientalische Rassen nach Frankreich; erste Versuche einer Anglo-Araber-Zucht um 1755 vom Herzog von Zweibrücken begonnen, es entstand damals der so genannte "Zweibrücker"; 1793 Beschlagnahmung aller Pferde des Zweibrücker Gestüts; Neubeginn einer Zucht im Jahr 1843 mit zwei arabischen Hengsten und drei Vollblutstuten im Gestüt Pompadour in Arnac; Auflösung der Zucht 1861 und Wiederaufnahme 1871; der Anglo-Araber stellt die Verschmelzung des Vollblut-Arabers mit dem Englischen Vollblut mit den Vorzügen beider Rassen dar; nach dem 1. Weltkrieg Umzüchtung zum Sportpferd; als Anglo-Araber gelten alle Pferde, bei denen in vierter Generation 15 von 16 Vorfahren Araber oder Vollblüter sind; |
| Zuchtbuch | Seit 1880 Führung eines Stutbuchs; eingetragen werden nur Pferde mit einem Mindestanteil von 15 % Araberblut; Hauptzuchtstätte: Haupt- und Landgestüt Pompadour; Stutbuch seit 1965 in der Sektion I im "livre généalogique" der französischen Reitpferderassen |
| Anglo-Kabardiner/Anglo-Karatschaever | |
| Farbe | Vorwiegend Braune, Schwarzbraune |
| Stockmaß | ca. 160 cm |
| Exterieur | Elegantes Gebrauchspferd; mittelgroßer, leicht ramsnasiger Kopf; mittellanger, muskulöser Hals, starke, schräge Schulter, kräftiger, tiefer Rumpf; gute Sattellage, tief angesetzter Schweif; lange trockene Gliedmaßen, gut markierte Sehnen und Gelenke, gesunde, harte Hufe; feines Langhaar |
| Eigenschaften | Elegant, sehr leistungsfähig, belastbar, ausdauernd, schnell, freundlich und ausgeglichen |
| Verwendung | Vielseitig einsatzbereites Sportpferd, Distanzreiten |
| Herkunft, Verbreitung | Kaukasusrepubliken der GUS (Gestüte Malokaratschajew, Malbinsk) |
| Besonderes, Geschichte | Beide Rassen sind nahe verwandt, da das Blut des Karatschaevers auch im Kabardiner fließt; sie werden im Zuchtgebiet als eine Rasse angesehen und beurteilt; nach 1945 Einkreuzung von Englischem Vollblut zum Kabardiner; Ergebnis war ein eleganteres und schnelleres Pferd |
| Anglo-Normanne | |
| Farbe | Braune, Füchse und Schimmel |
| Stockmaß | 160 bis 170 cm |
| Exterieur | Mittelgroßer Kopf, gerade oder konvexe Nase, tiefliegende Augen, lange Ohren; hochangesetzter, langer Hals, gut markierter breiter Widerrist, viel Gurtentiefe, lange, schräge Schulter, langer Rücken, muskulöse Kruppe; lange Gliedmaßen, starke, breite Hufe |
| Eigenschaften | Gutmütig, energisch, lebhaftes Temperament |
| Verwendung | Sportliches Reit- und Fahrpferd mit großem Springvermögen |
| Herkunft, Verbreitung | Frankreich (Normandie) |
| Besonderes, Geschichte | Rasse soll auf die alte Armorikanische Rasse zurückgehen (Masurenzeit); unter Ludwig XIV. und Ludwig XV. Niedergang der Zucht; erfolglose Einkreuzung orientalischer, spanischer und Frederiksborger Hengste; ab 1930 Wiederaufbau der Zucht mit Englischem Vollblut; Anfang des 20. Jh. war der Anglo-Normänner der begehrteste Karossier des Kontinents; Ausgangsrasse für den Trotteur Francais; heute gibt es die Typen "Selle" (Reit- und Springpferde-Typ) und "Cob" (Fahr- und Arbeitspferde-Typ) |
| Zuchtbuch | Association du Studbook du Cheval Normand |
| Appaloosa (Palouse-Pferd) | |
| Farbe | Tigerschecken mit sechs möglichen Mustern außer Albinos und Cremmellos; Lippen, Nüstern und Genitalien sind rosa-grau gesprenkelt; Menschenauge; erwünscht: weiße Streifen an den Hufen |
| Stockmaß | 145 bis 160 cm |
| Exterieur | Athletisch und harmonisch; hübscher Kopf, manchmal Ramsnase; kräftiger Hals, gut proportionierte Schulter, oft wenig Widerrist, kräftiger Rücken, gute Sattellage, kraftvolle Hinterhand, muskulöse, runde Kruppe, hoch angesetzter Schweif; kurze, trockene Beine, kleine, harte Hufe; sehr dünnes Langhaar |
| Eigenschaften | Ausgeglichenes Temperament, ausdauernd, intelligent, mutig, sehr sanft |
| Verwendung | Freizeitreiten (Western), Dressur, Springen, Jagdreiten, Flachrennen |
| Herkunft, Verbreitung | USA (Gebiet der Nez Percé Indianer am Palouse River); weltweit |
| Besonderes, Geschichte | Gezüchtet wurde die Rasse von den Nez Percé-Indianern und stammt ursprünglich von den Pferden der spanischen Eroberer ab; 1877 wurde der Indianerstamm von der US-Armee fast vollständig niedergemetzelt, die Pferde gingen in amerikanischen Besitz über; 1929 wurden die ersten Stuten registriert; Einkreuzung von Quarter Horse-, Araber- und Vollblut, inzwischen über 500.000 registrierte Appaloosas |
| Zuchtbuch | 1938 Gründung der Appaloosa Club Inc. in Moscow/Idaho und Anerkennung als eigene Rasse |
| Ara-Appaloosa | |
| Farbe | Farben wie beim Appaloosa (Tigerschecken) |
| Stockmaß | 150 bis 160 cm |
| Exterieur | Deutlich vom Araber geprägter Appaloosa, feines Langhaar |
| Eigenschaften | Guter Charakter, ausgeglichenes Temperament, gesund, ausdauernd, leistungsfähig |
| Verwendung | Freizeit- und Familienpferd für alle Reitweisen und Disziplinen |
| Herkunft, Verbreitung | USA |
| Besonderes, Geschichte | Versuch, den "reinen" Appaloosa zu (zurückzu-)züchten, der Araberblut geführt haben soll; keine eigene Rasse, sondern die gelungene Kreuzung vn Appaloosa und Araber |
| Zuchtbuch | Der Gründer des Appaloosa Horse Club, Claude Thompson, erlaubte die Verwendung des Arabers durch Aufnahme in das Zuchtprogramm; 1985 Gründung der Ara-Apaloosa Society |
| Araber (A) | |
| Farbe | Füchse, Braune, Schimmel, selten Rappen |
| Stockmaß | 150 bis 160 cm |
| Exterieur | Kleiner, trockener (Hecht-)Kopf; geschwungener Hals, lange, abfallende Schulter, kurzer Rücken, starke Hinterhand, gerade Kruppe, Schweif hochgestellt und gebogen; feste, trockene Beine, kurze Röhren; mehr Knochenstärke |
| Eigenschaften | Tapfer, hart, intelligent, feurig, genügsam, leistungsfähig, ausdauernd; außerordentlich schnelle Regenerationszeit |
| Verwendung | Ausgezeichnetes Distanzpferd, Reit- und Fahrpferd für Sport und Freizeit |
| Herkunft, Verbreitung | Arabische Staaten, Ägypten, Türkei und Iran, weltweit |
| Besonderes, Geschichte | Diesem Araber fehlt die lupenreine Abstammung; Araber (A) weisen im Abstammungsnachweis einen Vorfahren auf, der in keinem der Stutbücher eintragungsberechtigt ist oder einen, dessen Herkunft nicht nachgewiesen ist; die arabischen Blutanteile dominieren, auch wenn nicht alle ihre Herkunft aus dem Ursprungsland ableiten können; die in aller Welt gezüchteten Araber (A) sind als "Kulturaraber" durch unterschiedliche Umwelt- und Haltungsbedingungen geprägt und daher im Typ und Kaliber unterschiedlich; bei den Züchtern gilt, nicht einseitig auf Schönheit, sondern auf Adel und Leistung zu züchten |
| Zuchtbuch | Zuchtbuchordnung des Verbandes der Züchter des Arabischen Pferdes (VZAP) und der World Arabian Horse Organization |
| Arabisches Vollblut (ox) | |
| Farbe | Alle Farben außer Schecken |
| Stockmaß | 148 bis 155 cm |
| Exterieur | Trockener, keilförmiger (Hecht-)Kopf mit mehr oder weniger konkavem Nasenprofil, große Augen, wohlgeformte, spitze Ohren, große Nüstern, kleines Maul; leicht gebogener Hals, leichtes Genick; lange, schräge und gut bemuskelte Schulter; elastischer Rücken, fast horizontale bis dachförmige Kruppe; hoch angesetzter und getragener Schweif; ausgeprägte Vorarmmuskulatur, lange elastische Fessel; gut gewinkelte Hinterhand mit kräftigem, markantem Sprunggelenk; kleine, harte Hufe; feine Haut, seidiges Fell und Langhaar |
| Eigenschaften | Gesund, langlebig, sehr ausdauernd, genügsam, stolz, innere Ruhe, selbstsicheres Auftreten |
| Verwendung | Jagd- und Kriegspferd (historisch); Distanzreiten; Jagd-, Dressur-, Spring-, Fahr- und Rennpferd |
| Herkunft, Verbreitung | Urheimat: Zentrales Hochland im Land Nedsched der arabischen Halbinsel (heute: Saudi-Arabien); Verbreitung zunächst in der gesamten islamischen Welt, danach weltweit; Hauptzuchtgebiete u.a. Polen, Frankreich, England, USA, Deutschland |
| Besonderes, Geschichte | Unverzichtbar für Pferdezuchten in aller Welt als Veredler; eine der ältesten Pferderassen überhaupt; wohl seit mehr als 5.000 Jahren mehr oder minder systematisch gezüchtet; das erste Gestüt für reinblütige Araber wurde in Polen um 1550 gegründet; die Tradition wird im heutigen Hauptgestüt Janow Podlaski fortgeführt; die deutsche Araberzucht wurde von König Wilhelm I. von Württemberg 1827 im Hofgestüt in Weil gegründet; das Englische Vollblut geht auf die drei arabischen Stammväter Darley Arabian, Godolpin Barb und Byerley Turk zurück; Araber haben 17 Rippen-, 5 Lenden- und 16 Schweifwirbel-Knochen, normal ist das Verhältnis 18:6:18; |
| Zuchtbuch | Die World Arabian Horse Organization (WAHO) überwacht die Zucht weltweit; für Deutschland: Verband der Züchter des Arabischen Pferdes e.V. (VZAP), weitere Zuchtrichtungen: Verband der Züchter von Shagya-Arabern, Anglo-Arabern und Arabern (ZSAA) |
| Arabo-Haflinger | |
| Farbe | Füchse mit hellem Langhaar |
| Stockmaß | 138 bis 148 cm |
| Exterieur | Trockener, kurzer Kopf, konkaves Profil, große Augen; gut aufgesetzter Hals, lange, gut bemuskelte, schräge Schulter, ausgeprägter, langer Widerrist; kräftiger Körper, breite, tiefe Brust, schräge Kruppe; korrekte Gliedmaßen mit großen Gelenken und mittellangen Fesseln |
| Eigenschaften | Genügsam, unkompliziert, umgänglich, einsatzfreudig, nervenstark, gesund, ausgeglichenes Temperament |
| Verwendung | Elegantes, kleines Reit- und Fahrpferd für Kinder und Erwachsene |
| Herkunft, Verbreitung | Deutschland |
| Besonderes, Geschichte | Mix aus Haflinger und Vollblutaraber, wobei in den ersten drei Generationen ein Mindestanteil von 25 % der Ausgangspolulation nicht unterschritten werden darf |
| Ardenner | |
| Farbe | Rotschimmel, Braune, Falben, selten Füchse, oft stichelhaarig; Rappen zur Zucht nicht zugelassen |
| Stockmaß | ca. 160 cm |
| Exterieur | Ausdrucksvoller Kopf, große, wache Augen, kleine Ohren; gut aufgesetzter, muskulöser Hals, mächtige, gepackte Schulter, breiter Widerrist, breite, tiefe Brust, abfallende, kurze Kruppe; kurze, stark bemuskelte Gliedmaßen, kräftige Gelenke, breite Hufe; kräftiges Langhaar, ausgeprägter Behang |
| Eigenschaften | Zuverlässig, lebhaft, genügsam, leichtfuttrig, kraftvoll, robust, willig, anständiger Charakter; frühreif und langlebig |
| Verwendung | Zugpferd, Freizeitreiten und -fahren; Fleischlieferant |
| Herkunft, Verbreitung | Nordosten Frankreichs, Belgien, Luxemburg, Schweden |
| Besonderes, Geschichte | Eine der ältesten Pferderassen Frankreichs, stammt vom Solutre-Pferd ab (20.000 v.Chr.); schon Caesar kannte den Ardenner als hartes und ausdauerndes Zug- und Kriegspferd; im Mittelalter wurde es größer und schwerer gezüchtet; im 17. - 19. Jh. durch orientalisches Blut veredelt, im 20. Jh. durch Verwendung von Belgischem Kaltblut wieder schwerer gezüchtet; heute drei bekannte Schläge: a) kleiner Typ, b) Trait du Nord (kommt heute aus Lothringen) und c) Auxois (aus dem Burgund) |
| Zuchtbuch | Eröffnung des Zuchtbuchs 1929 vom Syndicat des Eléveurs du Cheval Ardennais in Malzeville/Frankreich |
| Asil-Araber (Original Araber) | |
| Farbe | Alle Grundfarben, oft Schimmel |
| Stockmaß | 148 bis 155 cm |
| Exterieur | Hechtkopf, ausdrucksvolle Augen, große Nüstern, kleines Maul; gut angesetzter Hals, harmonischer Rumpf; stabile, trockene Gliedmaßen, kleine, feste Hufe; seidiges Fell und Langhaar |
| Eigenschaften | Ausdauernd, hart, intelligent, sensibel, zutraulich |
| Verwendung | Distanzreiten, Dressur, Rennen, Westernreiten |
| Herkunft, Verbreitung | Naher Osten und Arabische Halbinsel (wichtigste Zuchtstätte Staatsgestüt El Zarahh in Ägypten), weltweite Verbreitung |
| Besonderes, Geschichte | Zuchtgeschichte entspricht im Wesentlichen der des Vollblutarabers; Hauptpunkt: der Asil ist ein rein geborener, d.h. in einem arabischen Land geborener und aufgezogener Vollblutaraber mit einer lückenlos zurückzuverfolgenden Abstammung; von den weltweit ca. 600.000 Arabern sind ca. 10.000 "asil" (=rein) gezogen |
| Zuchtbuch | Asil Club e.V. in Deutschland |
| Asturcon, Asturisches Pony | |
| Farbe | Vorwiegend Schwarzbraune und Rappen, möglichst keine Abzeichen |
| Stockmaß | 115 bis 132 cm |
| Exterieur | Kleiner, oft schwerer Kopf, gerades, leicht konkaves Profil, breite Stirn, lebhafte Augen, kleine spitze Ohren; kräftiger, mittellanger, oft magerer Hals, muskulöse, steile Schulter, breite, tiefe Brust, deutlicher Widerrist, kräftiger, gerader Rücken, abfallende Kruppe, tief angesetzter Schweif; stabiles Fundament, kräftige Gelenke, harte, gesunde Hufe; dichtes, langes Langhaar |
| Eigenschaften | Ruhiges Temperament, gutmütig, willig, zäh, anspruchslos, robust, umgänglich |
| Verwendung | Reitpony mit natürlicher Anlage zum Pass und Tölt, Landwirtschaft |
| Herkunft, Verbreitung | Nord-Spanien (Asturien und Galizien) |
| Besonderes, Geschichte | Die Rasse geht auf die keltischen Ponys sowie Garrannos und Sorraias zurück; es wurde schon zuzeiten des Imperium Romanum geschätzt, war als Passgänger bekannt und verbreitet und ein begehrter Handelsartikel; wahrscheinlich ein Vorläufer der im Mittelalter verwendeten Hobbys; überlebt auch unter extermen Witterungsverhältnissen, in der Neuzeit durch unsachgemäße Haltung, Einkreuzungen von schlechtem Zuchtmaterial und Desinteresse starker Rückgang der Rasse, es existieren nur noch kleine halbwilde Populationen in der Berglandschaft Asturiens; der Asturcon ist vom Aussterben bedroht |
| Australian Pony (Australisches Pony) | |
| Farbe | Alle Farben, vorwiegend Schimmel, keine Schecken |
| Stockmaß | 120 bis 140 cm |
| Exterieur | "Arabischer" Kopf, kleine Ohren; schön gewölbter Hals, schräge Schulter, gute Gurtentiefe, kurzer Rücken, kräftige Hinterhand, muskulöse Kruppe, hoch angesetzer Schweif; kurze Beine mit markanten Sehnen, harte Hufe; volles Langhaar und Schopf |
| Eigenschaften | Intelligent, lebendig, mutig, freundlich, hart, gesund, ausdauernd, leistungsfähig |
| Verwendung | Reitpony mit ausgezeichnetem Springvermögen |
| Herkunft, Verbreitung | Australien |
| Besonderes, Geschichte | Enge Verwandtschaft zum Welsh Pony; von britischen Einwanderern nach Australien mitgebracht; aus der Vielfalt der im ersten Viertel des 19. Jh. eingeführten unterschiedlichen Ponyrassen aus England, Englischem und Arabischem Vollblut sowie Timor-, Batak- und Manipurponys entstand das Australian Pony |
| Zuchtbuch | 1929 Gründung der Australian Pony Stud Book Society (APSB); 1931 Eröffnung eines Stutbuchs mit Sektionen für die Rassen Australian Pony, Welsh (Cob Type), Hackney, Connemara, Highland und New Forest; seit 1975 Australian Riding Pony Stud Book mit Sektionen für Australian Ponys, Welsh-Ponys, Riding-Ponys und Araber |
| Australian Stock Horse (Australisches Busch Pferd) | |
| Farbe | Alle Grundfarben |
| Stockmaß | 148 bis 162 cm |
| Exterieur | Wachsames, intelligentes Gesicht, offene Augen, weite Nüstern; gut aufgesetzter Hals, schräge Schulter, gut markierter Widerrist, tiefe Brust, sehr kräftiger Rücken und Hinterhand, schöne Kruppe; trockene, gut bemuskelte Gliedmaßen, harte, regelmäßige Hufe |
| Eigenschaften | Ausdauernd, unkompliziert, rittig, willig, wendig, gutes Temperament |
| Verwendung | Arbeit mit Viehherden, Campdrafting, Distanzreiten, Polo, Westernreiten; gute Grundgangarten und Springvermögen |
| Herkunft, Verbreitung | Australien |
| Besonderes, Geschichte | Die robuste Version seiner vollblütigen Vorfahren; nur diese Typen der eingeführten Vollblüter, spanischen Pferde, Araber, Timor und Welsh Mountain Ponys wurden für die Zucht verwendet; es entwickelte sich der Waler; Alex Braid und Bert Griffith setzten sich für den Erhalt des Australian Stock ein |
| Zuchtbuch | 1971 Gründung der Australian Stock Horse Society; 1974 Eröffnung des Stutbuchs |
| Auxois | |
| Farbe | Braune, Dunkelbraune und Rotschimmel, selten Füchse und Falben |
| Stockmaß | 160 bis 168 cm |
| Exterieur | Kurzer, schwerer Kopf, breite Stirn, bewegliche, lange Ohren; kurzer, gut aufgesetzter Hals, schräge Schulter, massiger Rumpf, guter Widerrist, breite Brust, viel Gurtentiefe, kurzer, starker Rücken, breite Lendenpartie, stark bemuskelte Kruppe mit tief angesetztem Schweif; kurze, stark bemuskelte Gliedmaßen, kräftige Gelenke, wenig Behang |
| Eigenschaften | Ausdauernd, gutmütig, unempfindlich, ruhig, kraftvoll |
| Verwendung | Zugpferd, Fleischlieferant |
| Herkunft, Verbreitung | Frankreich (Hauptzuchtgebiet: Auxois im Burgund im Bereich Haras National de Cluny) |
| Besonderes, Geschichte | Kaltblüter im Typ des Ardenners; Rasse entstand aus burgundischen Landstuten, Ardennerhengsten, Percheron und Boulonnais; seit Anfang des 20. Jh. nur noch Einkreuzung von Belgier- und Ardennerhengsten; 1995 noch zehn Auxois-Hengste im Gestüt Cluny für den Deckeinsatz verfügbar |
| Zuchtbuch | 1913 Eröffnung des Stutbuchs, Syndicat du Cheval de Trait Auxois in Dijon, Haras National in Cluny |
| Aveligneser | |
| Farbe | Füchse mit blondem Langhaar, auch Rotfüchse |
| Stockmaß | 135 bis 145 cm |
| Exterieur | Feiner, ausdrucksstarker Kopf, breite Stirn, weit auseinander liegende Augen; muskulöser Hals, gut gelagerte Schulter, markanter Widerrist, breite Brust, gute Gurtentiefe, kräftiger kurzer Rücken, kräftige Hinterhand, muskulöse Kruppe; kurze Gliedmaßen, kräftige Gelenke, harte Hufe, wenig Behang |
| Eigenschaften | Genügsam, kräftig, robust, ausgeglichen, willig, zuverlässig, trittsicher und langlebig, guter Charakter |
| Verwendung | Bergpferd zum Tragen, Reiten und Ziehen |
| Herkunft, Verbreitung | Italien (Gebirgsregionen, Hauptzuchtgebiete: Massicio del Sarentino und Val Venosta) |
| Besonderes, Geschichte | Der "italienische" Haflinger; stammt - wie auch der Hafi - vom ausgestorbenen Avellinum-Haflinger ab; gemeinsame Zuchtbasis über El Bedhavi XXII; seit 1922 systematisches Zuchtprogramm |
| Zuchtbuch | Instituto Incremento Ippico in Ferrara, Landwirtschaftskammer |
| Azteke, Aztekenpferd | |
| Farbe | Alle Grundfarben außer Schecke, Albino und Tigerschecke; Abzeichen oberhalt der Vorderfußwurzel- und Sprunggelenke nicht erlaubt |
| Stockmaß | 148 bis 165 cm |
| Exterieur | Kleiner, trockener Kopf, leicht konvexes Profil oder Hechtkopf, breite Stirn, lebhafte, große Augen, kleine, spitze Ohren, weite, bewegliche Nüstern; kräftiger, gut getragener, mittellanger Hals, lange, gut gelagerte Schulter, deutlicher Widerrist, quadratischer Rumpf, gute Gurtentiefe, kurzer, breiter Rücken, muskulöse, abfallende Kruppe, tief angesetzter Schweif; trockenes Fundament, schlanke Beine, kleine, harte Hufe; dichtes, seidiges, langes Langhaar |
| Eigenschaften | Gutmütig, ausgeglichen, umgänglich, gelehrig, trittsicher, wendig, lebhaftes Temperament, "Cow-sense", genügsam |
| Verwendung | Reit-, Fahr- und Springpferd mit eleganten Bewegungen, Arbeit auf den Haziendas |
| Herkunft, Verbreitung | Mexiko (Gestüt Texoco, Mexiko-City) |
| Besonderes | Sehr junge Rasse (seit Anfang der 1970er-Jahre) auf der Basis von Andalusiern, Quarter Horses und Criollostuten; Zuchtziel ist eine "nationale, mexikanische Rasse"; eingetragen werden nur Pferde, die mindestens 3/8 und höchstens 5/8 Quarter-Horse- oder Andalusierblut führen, der Criolloanteil darf nicht mehr als 1/4 betragen |
| Zuchtbuch | 1982 Gründung des Zuchtverbands Associacion Mexicana de Criadores de Caballos Raza Azteca |