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Pferderassen B

Balearenpony (Caballo Mallorquin, Mallorca-Pferd)
FarbeHell- und Dunkelbraune, weiße Abzeichen am Kopf erlaubt
Stockmaßca. 140 cm
ExterieurTrockener Kopf, Ramsnase, lebhafte Augen, kleine, nach hinten gerichtete Ohren; kurzer, dicker, gebogener Hals, steile, oft wenig muskulöse Schulter, wenig Widerrist, schmaler Rücken, abgeschlagene, kräftige Kruppe; harte, schlanke Gliedmaßen, harte Hufe; dichte Stehmähne
EigenschaftenGutmütig, sehr willig, äußerst genügsam, zuverlässig, robust, unempfindlich gegen große Hitze; anmutige, fleißige Bewegungen
VerwendungArbeits-, Kutsch- und Reitpony; Einsatz in der Maulesel- und Maultierzucht
Herkunft, VerbreitungInsel Mallorca; Balearen/Spanien
Besonderes, GeschichteAlte Mittelmeerrasse, Ursprünge reichen wahrscheinlich bis zu den Urwildpferden zurück; bis ins 17. Jh. Reinheit der Rasse durch die Abgeschiedenheit der Inseln; durch Vermehrung und Nichtbeachtung der Reinzucht verlor die Rasse ihren ursprünglichen Charakter und ist dadurch vom Ausgesterben bedroht; erst um 1980 wurden Maßnahmen zum Erhalt der Rasse eingeleitet, Eröffnung eines provisorischen Stutbuchs; durch Touristik ergeben sich ggfs. neue Nutzungsmöglichkeiten als Trekking- und Kutschpony

Balipony
FarbeVorwiegend Falben mit Aalstrich, dunkler Mähne und dunklem Schweif, manchmal Stehmähne
Stockmaß120 bis 135 cm
ExterieurEtwas schwerer, gerader Kopf, ausdrucksvolle Augen, kleine Ohren; mittellanger, kräftiger Hals, breite, tiefe Brust, kräftige Schulter, wenig Widerrist, kurzer, starker Rücken, runde Kruppe; hoch angesetzter, buschiger Schweif; kräftige kurze Beine, harte runde Hufe
EigenschaftenWillig, ausdauernd, genügsam, stark, wendig, ruhiges Temperament, freundlicher Charakter
VerwendungReit- und Saumpony, Lastenträger
Herkunft, VerbreitungInsel Bali (Indonesien)
Besonderes, GeschichteAlte primitive Rasse, Ähnlichkeit mit dem Mongolischen Wildpferd
Für alle indonesischen Ponys gilt: Sie stammen von Pferden aus dem chinesisch-mongolischen oder persisch-arabischen Raum; im 17./18. Jh. Einfuhr von arabischen Pferden durch die Niederländisch-Ostindische Kompanie; diese Pferde verschmolzen mit den vorhandenen zum Inselpony; je nach Insel Variationen im Typ; noch in der ersten Hälfte des 20. Jh. wurden die Ponys unter dem Begriff Sunda- oder Malayenponys zusammengefasst

Bardigiano
FarbeVorzugsweise Rappen, Braune und Dunkelbraune; Abzeichen sind nur bis "halbgestiefelt" sowie ein kleiner Stern erlaubt
Stockmaß135 bis 149 cm
ExterieurKleiner Kopf mit geradem oder leicht konkavem Profil, ausdrucksvolle große Augen, kleine spitze Ohren; kräftiger, leicht gewölbter Hals, eher flacher Widerrist; breite, tiefe Brust, gute Gurtentiefe, mittellanger Rücken, ausgeprägte, muskulöse Kruppe; robustes Fundament, trockene Gliedmaßen, kurze Fesseln, harte, breite Hufe; kräftiges schwarzes Langhaar, üppiger Schopf und Behang
EigenschaftenRobust, trittsicher, widerstandsfähig, unerschrocken, gelehrig, genügsam, freundlich, gutmütig; schöne raumgreifende Bewegungen
VerwendungGebirgspferd; Zug- und Reitpferd in der Landwirtschaft, Wanderreit- und Freizeitpferd
Herkunft, VerbreitungItalien, vor allem in der Provinz Parma mit dem Ort Bardi; Toscana, Ligurien, Emila Romagna
Besonderes, GeschichteGallische Pferde sollen zur Zeit der Völkerwanderung (4.-6. Jh. n.Chr.) die Zucht begründet haben; die Rasse hat eine enge Verwandtschaft zum Aveligneser und Haflinger; später Veredlung durch Araber
ZuchtbuchEinführung eines Stutbuches am 02.08.1977; Stutbuch, Hengstregister und Vorbuch beim Verband der Pferdezüchter der Provinz Parma in Parma

Baschkirenpony, Baschkirenpferd
FarbeHellbraune, Braune, Falben, Füchse, Rappen
Stockmaß135 bis 150 cm
ExterieurSchwerer, derber Kopf, gerader bis ramsnasiges Profil, kleine Ohren; muskulöser, kurzer, dicker Hals, starke, manchmal steile Schulter, breite, kräftige Brust, deutlicher Widerrist, starker, gerader Rücken, breite, leicht abfallende Kruppe, tiefer Schweifansatz; kurze, sehnige Beine, extrem harte, kleine Hufe; üppiges Langhaar, voller Schopf, wenig Behang, im Winter gekräuseltes, dickes Fell
EigenschaftenAusdauernd, ruhiger Charakter, zäh, gutmütig, freundlich, trittsicher, anspruchslos, leistungsfähig
VerwendungReit-, Pack-, Zug- und Schlittenpony (Wallache und Hengste), Stutenmilchlieferant (für Kumys) mit einer Leistung von 1.500 bis 2.500 Liter Milch/Stute während der sieben- bis achtmonatigen Laktationszeit
Herkunft, VerbreitungBaschkirien/Russland, südwestlicher Ural, nordöstliche Provinzen Russlands
Besonderes, GeschichteEs gibt zwei Typen: den etwas größeren, leichteren Steppentyp und den etwas kleineren, gedrungenen Bergtyp; die Vorfahren dieses Pferdes lebten schon vor mehreren tausend Jahren in den Steppen, Hochebenen und Waldgebirten; der Baschkire verträgt Temperaturen bis - 40°C; im Süden Russlands kreuzt man Baschkirenponys mit Budjonny oder Donpferd, im Norden mit Traber oder Ardenner; unersetzbare Ausgangsrasse für die Pferdezucht Russlands

Bashkir Curley (Baschkirisches Lockenpferd)
FarbeÜberwiegend Braune, Dunkelbraune und Füchse, oft "Zebrastreifen" an den Beinen
Stockmaßca. 148 cm
ExterieurMittelgroßer Kopf, breite Stirn, gerades Profil, schräg geschnittene Augen; gerader Hals, kräftiger Rumpf, elastische Rückenlinie, schräge Kruppe; kräftige Gliedmaßen, steinharte Hufe
EigenschaftenAusgeglichen, ruhig, hart, ausdauernd, anspruchslos
VerwendungVielseitig einsetzbares Familienpferd
Herkunft, VerbreitungUSA, Zuchtschwerpunkt im Staat Nevada
Besonderes, GeschichteGanzjährige Lockenbildung der Körperbehaarung; beim jährlichen Haarwechsel wird das Mähnen-, oft auch das Schweifhaar gewechselt; die Lockenbildung ist wahrscheinlich eine Mutation; der Name erinnert an das russische Baschkirenpferd, dessen Fell im Winter sehr dicht und kraus wird, ist nach dem Urteil der Zoologen jedoch kein Abkömmling des Baschirenpferdes; 1898 wurden die ersten Pferde in den Bergen Nevadas entdeckt; es gibt auch glattharige Curleys (Straight Curly)
Das Fell der Curleys ist sehr talghaltig; der Geruch reicht sehr stark von dem normaler Pferde ab, es riecht nach reiner Wolle; die Rasse ist für Pferdeallergiker sehr interessant, da keine oder nur sehr schwache allergische Reaktionen auftreten!

 
Basuto Pony
FarbeFüchse, Braune, Dunkelbraune, Schimmel
Stockmaßca. 145 cm
ExterieurStarker orientalischer Einschlag; edler Kopf, gerades Profil, lebhafte, große Augen, ausgeprägte Ganaschen; langer Hals (oft Hirschhals), steile Schulter, ausgeprägter Widerrist, langer, kräftiger Rücken, leicht abgeschlagene Kruppe; kurze, stämmige Beine, feste Hufe
EigenschaftenFurchtlos, willig, ausdauernd, ausgeglichen, guter Charakter, ausgeglichenes Temperament, trittsicher; fast nur im Schritt, im ruhigen Canter oder im Triple mit hingegebenen Zügeln geritten
VerwendungReit-, Pack-, Jagd- und Polopony; Trekkingpony für lange, schwere Distanzritte, Rennpferd
Herkunft, VerbreitungBasutoland (heute Lesotho) und Republik Südafrika
Besonderes, GeschichteFünfgänger mit Anlage zum Tölt (Trippel genannt); die ersten Pferde mit stark orientalischem Einschlag wurden im 17. Jh. in Südafrika eingeführt; aus Einkreuzungen mit Vollblut, Andalusiern, Persern und anderen Rassen entwickelte sich das Kap-Pferd, welches letztendlich ins Basutoland gelangte; 1870 war die Rasse gefestigt; durch sorgfältige Selektion ist der ursprüngliche Typ des Basutoponys erhalten geblieben

Batakpony (Batta, Baduk, Delipony)
FarbeSchimmel, Füchse, Braune, Rappen
Stockmaß122 bis 135 cm
ExterieurTrockener, kleiner Kopf, konkaves bis gerades Profil, große Augen, lebhafte Ohren; schön getragener Hals (manchmal Hirschhals), gute Schulter, breite Brust, guter Widerrist, gerader, mittellanger Rücken, gerade bis leicht abfallende Kruppe, hoch angesetzter Schweif; schlanke, sehnige Beine, harte, kleine Hufe; üppiges Langhaar
EigenschaftenGutmütig, lebhaftes Temperament, leistungsbereit, genügsam, gelehrig, leichtfuttrig; ansprechende Grundgangarten
VerwendungReit-, Pack- und Fahrpony, Pferderennen
Herkunft, VerbreitungSumatra/Indonesien
Besonderes, Geschichte"Gehobener" Ponytyp im Vergleich zu den anderen indonesischen Rassen; der Ursprung liegt in den von chinesisch-mongolischen und arabischen Händlern ins Land gebrachten Pferden; ab dem 17. Jh. Einfuhr weiterer Rassen, die sich zu diversen Schlägen entwickelten; die Motorisierung führte zum Rückgang der Zucht; die indonesische Regierung fördert die selektive Zucht der Rasse (Gestüt in Minda Kabau), Einsatz von Arabern zur Blutauffrischung
Für alle indonesischen Ponys gilt: Sie stammen von Pferden aus dem chinesisch-mongolischen oder persisch-arabischen Raum; im 17./18. Jh. Einfuhr von arabischen Pferden durch die Niederländisch-Ostindische Kompanie; diese Pferde verschmolzen mit den vorhandenen zum Inselpony; je nach Insel Variationen im Typ; noch in der ersten Hälfte des 20. Jh. wurden die Ponys unter dem Begriff Sunda- oder Malayenponys zusammengefasst

Bayerisches Warmblut
FarbeVorwiegend Rappen, alle Farben (außer Schecken) erlaubt
Stockmaßnicht unter 158 cm
ExterieurTrockener Kopf, große Augen, gute Ganaschenfreiheit; gut geformter Hals, große, schräg gelagerte Schulter, markanter, langer Widerrist, mittellanger, muskulöser Rücken, ausreichende Brusttiefe, lange kräftige Kruppe; korrektes Fundament, große Gelenke, mittellange Fesseln
EigenschaftenTemperamentvoll, charakterstark, leistungsbereit, leistungsfähig
VerwendungGroßrahmiges Reitpferd für Dressur, Springen und Vielseitigkeit; "Familienpferd"
Herkunft, VerbreitungDeutschland (Hauptzuchtgebiet Bayern), europäische Nachbarländer
Besonderes, GeschichteGezüchtet auf der Basis des Rottalers, Veredlung durch Hannoveraner, Westfalen, Trakehner und Vollblut nach dem 2. Weltkrieg und Umstellung des Zuchtziels auf ein vielseitig verwendbares Reitpferd; für die nach dem Krieg wieder aufzubauende Warmblutzucht zu Sportzwecken fanden Hengste der anderen Hochzuchtgebiete Verwendung; seit 1965 verbindliche Bezeichnung "Bayerisches Warmblut"
ZuchtbuchZuchtzentrum im Haupt- und Landgestüt Schwaiganger in Ohlstadt/Bayern

Belgisches Kaltblut (Belgier, Brabanter)
FarbeVorwiegend Braun- oder Rotschimmel, auch andere Farben
Stockmaß160 bis 170 cm
ExterieurMittelgroßer, adliger Kopf; kräftiger, tiefer Hals, niedriger Widerrist, tiefer Rumpf, mächtige Schulter, kurzer, kompakter Körper, muskulöse, abfallende Kruppe, massige, kräftige Hinterhand; kurzes Fundament, breite, gut markierte Gelenke, große Hufe, Behang; kräftiges Langhaar
EigenschaftenSanftmütig, willig, aktiv, mutig, ausdauernd, frühreif, leichtfuttrig, zugkräftig, ruhiges Temperament
VerwendungZugpferd für schwere und schwerste Lasten
Herkunft, VerbreitungBelgien (Hauptzuchtgebiet Brabant); Nachzuchten in vielen Ländern der Welt
Besonderes, GeschichteGewicht um 1.000 kg, kraftvolle und leichtfüßige Bewegungen, raumgreifender Schritt, sehr guter Trab; der Ursprung liegt beim schweren, beweglichen Pferdetyp der Römerzeit; Anfang des 19. Jh. entwickelten sich die Schläge der Flamländer, Ardenner und Brabanter; 1885 Gründung einer Zuchtgesellschaft und Verschmelzung der Schläge; keine staatlichen Gestüte
Zuchtbuch1886 Eröffnung des Zuchtbuchs; Société Royale (S. R.) Le Cheval de Trait Belge in Brüssel

Belgisches Warmblut
FarbeVor allem Braune, Dunkelbraune, Füchse und Rappen, Schecken nicht zugelassen
Stockmaßca. 165 cm
ExterieurAusdrucksvoller Kopf; gut aufgesetzer Hals, markanter Widerrist, gute Schulter, viel Gurtentiefe, elastischer Rücken; kräftiges Fundament, gut markierte Gelenke
EigenschaftenLeistungswillig, gute Grundgangarten
VerwendungAlle Reitsportdisziplinen, besonders Springen
Herkunft, VerbreitungBelgien, Westeuropa
Besonderes, GeschichteDie Warmblutzucht in Belgien entstand erst in den 1950er-Jahren; Zuchtgrundlage waren die vorhandenen schweren Landschläge, die mit Hannoveranern, französischen Pferden, Holsteinern und Vollblütern veredelt wurden; strenge Selektion und Körverordnung festigten die Rassemerkmale; 1988 Festlegung des Namens "Belgisches Warmblutpferd" (BWP)
Zuchtbuch1955 Gründung der Nationale Fokvereinigung Warmbloed Paard (NFWP) in Oud-Heverlee

 
Belutschi Pferd (Baluchi)
FarbeVorwiegend Braune, Füchse, Schimmel
Stockmaßca. 150 cm
ExterieurFeiner, trockener Kopf, gerades Profil, kleine Sichelohren (ähnlich dem Kathiawari); langer, gerader Hals, markierter Widerrist, schmale Brust, drahtige Hinterhand; trockene, kräftige Gliedmaßen, eisenharte Hufe; schönes Langhaar
EigenschaftenAusdauernd, genügsam, hart, flink
VerwendungReit- und Zugpferd (Personen- und Gütertransport)
Herkunft, VerbreitungRepublik Pakistan (Provinzen Belutschistan und Sind, Regionen Bahawalpur, Dera, Ghazikhan, Muzaffargarh, Multan)
Besonderes, GeschichteAsiatische Wildpferde und orientalische Rassen waren die Vorfahren; kein einheitliches Zuchtziel

Berber
FarbeAlle Farben, vor allem Schimmel, Füchse, Rappen und Braune mit dichtem, glänzendem Fell
Stockmaß148 bis 160 cm
ExterieurLanger Kopf mit geradem Profil, wache Augen, kleine Ohren; geschwungener Nacken, langer, kräftiger Hals, schräge Schulter, markanter Widerrist, kräftiger Rücken, abfallende Kruppe, niedrig angesetzter Schweif; kräftige Beine, klare Sehnen und Gelenke, kleine harte Hufe; üppiges, gewelltes Langhaar
EigenschaftenEinwandfreier Charakter, sehr menschenbezogen (möglichst nur eine Bezugsperson), genügsam, robust, leicht erregbar, zäh, mutig, treu, trittsicher, ausdauernder Galopp; bei Unterforderung gewöhnt er sich schlechte Eigenschaften an
VerwendungPolo- und Freizeitpferd, Distanz- und Wanderreiten; flottes Fahrpferd
Herkunft, VerbreitungNordafrika (Algerien, Marokko, Tunesien, Ägypten, Libyen), Europa und weltweit
Besonderes, GeschichteTölt (Hetwahr) als 4. Gangart; älteste Rasse Nordafrikas, der Ursprung liegt wahrscheinlich in der alten numidischen Rasse; sie entwickelte sich schon etwa 1200 v.Chr. und kam um 800 n.Chr. mit den Mauren nach Spanien; Kreuzung des Berbers mit Landstuten, daraus ging der Andalusier hervor; die Berber-Rasse ging in viele Warmblutzuchten ein und ist mit ca. nur noch 3.000 reinrassigen Exemplaren vom Aussterben bedroht; die Reinzucht der Rasse in den Ursprungsländern wird verstärkt gefördert
Zuchtbuch1988 gründeten die Regierungen der Ursprungsländer und Frankreich den Verband zur Überwachung der Reinzucht und Führung der Zuchtbücher: Mondiale du Cheval Barbe (OMCB)

Bhutiapony (Bhotiapony)
FarbeIn der Regel Schimmel, selten Braune und Füchse
Stockmaß132 bis 142 cm
ExterieurGroßer Kopf, gerades Profil, intelligente Augen, kleine gespitzte Ohren; kräftiger, kurzer Hals, muskulöse Schulter, markierter Widerrist, kurzer, starker Rücken, breite, kräftige Kruppe; kurze, stämmige Beine, harte, runde Hufe
EigenschaftenAnspruchslos, willig, ausdauernd, genügsam, sehr trittsicher, zäh; angeborene Veranlagung für Pass und Tölt
VerwendungReit- und Packpony
Herkunft, VerbreitungIndien (im Norden), Himalajastaaten Nepal, Sikkim und Bhutan
Besonderes, GeschichteGleicht im Erscheinungsbild dem Tibet- und dem indischen Spitipony; Namensgeber ist der Stamm der Bhotias in Bhutan; Abstammung vom Mongolischen Wildpferd; der kleine Wuchs ist das Ergebnis der extremen Lebensbedingungen sowie Inzucht

Bosniake/Bosnisches Gebirgspferd
FarbeDunkelbraune, Braune, Schimmel, selten Rappen und Füchse, keine Schecken, kaum Abzeichen
Stockmaß128 bis 148 cm
ExterieurTypische Ponymerkmale; mittelschwerer, hübscher Kopf, gerades Profil, aufmerksame Augen; kräftiger, mittellanger Hals, breite Brust, gut gelagerte schräge Schulter, markierter Widerrist, gedrungener Rumpf, gerader, kurzer Rücken, abfallende Kruppe, tief angesetzter Schweif; stämmige Beine, kleine eisenharte Hufe, häufig Stellungsfehler; üppiges Langhaar
EigenschaftenIntelligent, gelehrig, ausdauernd, äußerst trittsicher, zäh, robust, leistungsbereit, gesund, langlebig, guter Charakter, anspruchslos
VerwendungDistanz- und Wanderreiten, Springveranlagung, Packtier, Landwirtschaft (zugwillig im Geschirr)
Herkunft, VerbreitungBosnien-Herzegowina, Mazedonien, Jugoslawien; Staaten Südosteuropas und Deutschland
Besonderes, GeschichteDie Abstammung wird auf westasiatische Steppenrassen wie Przewalski und Tarpan sowie auf Orientalen zurückgeführt mit deutlicher Ähnlichkeit zu Huzulen und Koniks; die Reinzucht basiert auf der Barut- und Misko-Linie der jugoslawischen Staatsgestüte Borik und Han Pijesak, bis ins 20. Jh. das "Kaltblut der Gebirgsbauern" sowie Reit- und Tragtier der Gebirgstruppen; Reinzucht seit 1933 durch strenge Selektion; Hengste und Stuten müssen eine Leistungsprüfung ablegen: sie müssen eine Last von 120 kg schnellstmöglich (der Rekord liegt bei 71 min) über eine Strecke von 16 km tragen
ZuchtbuchEquus International in Oelde; IG Bosnische Gebirgspferde e.V. in Düsseldorf (deutsche Züchter)

Boulonnais
FarbeVorwiegend Schimmelfarben, auch Braune und Füchse
Stockmaßa) "Großer" Boulonnais: 160 bis 170 cm (700 kg)
b) "Kleiner" Boulonnais ("Fischhändler"): 155 bis 160 cm (500 bis 600 kg)
ExterieurEdler Kopf, lebhafte Augen und Ohren, offene Nüstern; stark bemuskelter Hals, breite, tiefe Brust, stark bemuskelte, oft steile Schulter, markierter Widerrist, kräftiger, gerader Rücken, breite, gespaltene, leicht abfallende Kruppe; kräftiges Fundament, gut entwickelte Gelenke, gut geformte, harte Hufe; seidiges Fell, feiner Schopf, üppiges Langhaar, dichte, feine Doppelmähne, wenig Behang
EigenschaftenLebhaft, gutartig, intelligent, ausdauernd, leistungswillig, gesund, frühreif; energische, raumgreifende Aktionen in Schritt und Trab
VerwendungLeistungsstarkes Fahr- und Zugpferd; der kleinere Typ eignet sich für lange Trabstrecken; Fleischlieferant
Herkunft, VerbreitungFrankreich (Zuchtzentrum Boulogne)
Besonderes, GeschichteTemperament und Gang eines Warmblüters; Zuchtgeschichte geht bis in die Zeit Caesars zurück; Ursprung waren einheimische Landstuten, die mit orientalischen Hengsten gepaart wurden; durch Einkreuzung von Mecklenburgern kam Masse, durch Andalusier Größe, Eleganz und die Schimmelfarbe hinzu
Zuchtbuch1886 Öffnung des Stutbuchs; Syndicat des Eleveurs du Cheval Boulonnais, Wimereux/Frankreich

 
Brandenburger
FarbeVor allem Braune, Füchse, Rappen, Schimmel
Stockmaß155 bis 165 cm
ExterieurEleganter, trockener Kopf, große, aufmerksame Augen; gut aufgesetzter, schön geformter Hals, leichtes Genick, ausgeprägter Widerrist, schräge, gut bemuskelte Schulter, tragfähiger Rücken, lange, gut bemuskelte Kruppe; gut angesetzter und getragener Schweif; korrektes, trockenes Fundament, gute Fessel, mittelgroße Hufe
EigenschaftenGutartig, ausgeglichenes Temperament, leistungswillig, sensibel, intelligent, guter Charakter; sehr gute, taktreine Grundgantarten
VerwendungAlle Disziplinen des Reit- und Fahrsports und des Freizeitreitens
Herkunft, VerbreitungMark Brandenburg/Deutschland (Zuchtzentrum Hauptgestüt Neustadt/Dosse), Europa, USA, Kanada
Besonderes, Geschichte1788 Gründung des Gestüts in Neustadt a.d. Dosse; Zucht auf der Grundlage von spanischen und Berber-Hengsten sowie 12 englischen Halbblut-Stuten, auch Trakehner und Achal-Tekkiner wurden eingekreuzt; Mitte des 19. Jh. wurde als Zuchtziel "ein edles, möglichst stolzes Reitpferd" festgesetzt; 1876 Auflösung des Gestüts, 1896 Wiedereröffnung; Fortsetzung der Zucht mit Ostpreußen und Hannoveranern
ZuchtbuchZuchtzentrum: Hauptgestüt in Neustadt/Dosse

Bretone (Corlay Breton, Postier Breton, Trait Breton)
FarbeVorrangig Rotschimmel, Füchse, Schimmel, selten Braune
StockmaßJe nach Typ zwischen 150 bis 160 cm
ExterieurMittelgroßer, quadratischer Kopf, lebhafte Augen, kleine Ohren, gerades Profil, manchmal Ramskopf; kurzer, kräftiger Hals, starker Widerrist, lange, abfallende Schulter, kurzer, breiter, gut bemuskelter Rücken, breite, gespaltene Kruppe; kurze, muskulöse Beine, wenig Behang, kupierter Schweif
EigenschaftenArbeitswillig, lebhaft, intelligent, gutmütig, robust
VerwendungLandarbeit, leichte Zugarbeit, Wirtschaftspferd; Fleischlieferant
Herkunft, VerbreitungFrankreich (Hauptzuchtgebiet Bretagne), Europa, Übersee
Besonderes, GeschichteDie Urahnen der Rasse wurden schon von den Kelten verwendet; seit Jahrhunderten gibt es einen leichten (Roussin) und einen schweren (Sommier) Schlag von Arbeitspferden; durch Einkreuzung von Norfolk Roadster und Hackney entstand der noch heute existierende leichte Postier Breton, durch Einkreuzung von Ardennern, Percheron und Boulonnais der schwere Zugtyp Trait Breton; durch Beimischung von Arabern und Vollblütern entstand der extrem schnelle leichte Schlag Corlay Breton, der heute im Selle Francais aufgegangen ist; seit 1930 Reinzucht ohne Einkreuzungen
Zuchtbuch1909 Anlage von zwei Stutbüchern, die später zusammengelegt wurden, und des Hengstbuchs; Staatsgestüte Haras National de Lamballe und de Hennebont

Britisches Warmblut
FarbeAlle Grundfarben
Stockmaß160 bis 170 cm
ExterieurHübscher, trockener Kopf, ausdrucksvolle Augen, kleine, spitze Ohren; schlanker, gut aufgesetzter Hals, schräge Schulter, ausgeprägter Widerrist, leicht abfallende Kruppe, gute Gurtentiefe; lange, korrekte Beine, flache, weite Hufe
EigenschaftenLeistungsfähig, einwandfreier Charakter, ausgeglichenes Temperament; gute Grundgangarten und hervorragendes Springvermögen
VerwendungSportpferd für alle Disziplinen
Herkunft, VerbreitungGroßbritannien
Besonderes, GeschichteSehr junge Rasse, entstanden aus deutschen, holländischen, dänischen und schwedischen Warmblutrassen, die mit Englischem Vollblut gekreuzt werden
ZuchtbuchEnde der 1970er-Jahre Gründung der British Warmblood Society

British Riding Pony
FarbeAlle Grundfarben
StockmaßShow-Reitpony bis 148 cm
Hunter-Pony bis 152 cm
ExterieurTrockener Kopf mit Ponyausdruck, freundliche, klare Augen, kleine Ohren; mittellanger, schön gewölbter Hals, lange schräge Schulter, leicht geneigte Kruppe, gut angesetzter Schweif; kräftiges Fundament, gut markierte Sehnen und Gelenke, gut geformte, harte Hufe; feines seidiges Langhaar
EigenschaftenFreundlich, ausgeglichen; stabile, robuste Konstitution, elegante, energische Bewegungen, springfreudig, Reitpferdemerkmale
VerwendungReiten, Jagdreiten
Herkunft, VerbreitungGroßbritannien, Europa, Australien
Besonderes, GeschichteKeine Rasse, sondern eine Gebrauchskreuzung; die British Pony Society unterscheidet zwei Typen: das elegante, hochqualifizierte Turnierpony und das etwas kräftigere Hunter-Pony; die "Rasse" ist offiziell anerkannt; die Zucht entstand aus dem Wunsch nach einem eleganten, rittigen Pony; Grundlage waren Mountain & Moorland Ponies (Berg- und Heideponies), Welsh-, Exmoor- und Dartmoor-Ponys, die mit Arabern und Vollblütern gekreuzt wurden
ZuchtbuchSeit 1983 offiziell anerkannt mit eigenem Stutbuch

Brumby (Australisches Wildpferd, Scrubber)
FarbeAlle Farben
Stockmaß130 - 150 cm
ExterieurÜberwiegend quadratförmig; ausdrucksvoller, gerader, oft derber Kopf; kurzer, kräftiger Hals, schräge Schulter, ausgeprägter Widerrist, langer, kräftiger Rücken, muskulöse, abgeschlagene Kruppe; stabiles Fundament, kurze Beine, widerstandsfähige, harte Hufe; oft leichter Fesselbehang
EigenschaftenMisstrauisch, scheu, schnell, wendig, ausdauernd, genügsam, zäh, trittsicher, hart, intelligent, schwer zu fangen und zu trainieren, schwieriges Temperament
VerwendungWild lebend
Herkunft, VerbreitungAustralien (Snowy Mountain-Brumbies im Mount Kosciusko National-Park sowie Savannah-Brumbies in den Buschsteppen im Inneren und im Norden Australiens), Northern Territory und im Artesischen Becken
Besonderes, GeschichteÄhnlich dem Mustang keine Rasse, sondern verwildert, daher kein einheitliches Format oder Typ; entstammt der Kolonialisierung Australiens im 18. Jh., viele Pferde wurden Mitte des 19. Jh. von Siedlern, die wegen des beginnenden Goldrauschs ihre Siedlungen verließen, zurückgelassen; Mischung aus Highland-, Welsh-, Batak-, Manipur- und Timurponys sowie Arabern, Vollblütern, Persern, Berbern und Kap-Pferden; die wild im fast undurchdringlichen Buschland (scrub) lebenden Pferde wurden zur Plage, außerdem waren sie als Nahrungskonkurrenten der Schafe und Rinder angesehen und wurden erbarmungslos gejagt und dezimiert; inzwischen Einrichtung von Schutzzonen in den Nationalparks und Reservaten

 
Buckskin
FarbeFalben mit Schattierungen von gelb oder gold mit schwarzen Abzeichen und ggf. Aalstrich sowie "Zebrastreifen" bis hin zu Rot- und Mausfalben mit Aalstrich; weiße Abzeichen sind ungern gesehn und nur unterhalb vom Karpal-Sprunggelenk erlaubt
Stockmaß
ExterieurUnterschiedlich: vom Pony und leichten Reitpferd bis zum Quarter-Horse-Typ; sehr kräftige Gliedmaßen, eisenharte Hufe
EigenschaftenAußerordentlich ausdauernd, leistungsfähig, zäh
VerwendungReitpferd
Herkunft, VerbreitungUSA
Besonderes, GeschichteWeit zurückführende Abstammung; Blutlinien des Sorraia, des Mustang und Quarter Horse sowie europäischer Ponyrassen, des Norfolk Trotter und des Fjordpferdes - alles Rassen, deren Abstammung bis zum Tarpan zurückführen können, bilden die Grundlage
ZuchtbuchInternational Buckskin Horse Association in Shelby, Indiana/USA

Budjonny
FarbeGoldschimmernde Füchse und Hellbraune, selten Braune oder Rappen, keine Schimmel
Stockmaßca. 160 cm
ExterieurKleiner, edler Kopf, große, wache Augen, lebhafte Ohren; kräftiger Nacken, gut aufgesetzter, muskulöser Hals, gut markierter Widerrist, lange, schräge Schulter, kompakter Körper, gerader Rücken, viel Gurtentiefe, wenig abfallende Kruppe, niedrig angesetzer Schweif; klare, feste Beine, gut geformte, harte Hufe; feines, kräftiges Langhaar
EigenschaftenRuhig, intelligent, gutmütig, robust, ausdauernd, zäh, rittig, leistungsstark, empfindsam, gutes Temperament
VerwendungAlle klassischen Disziplinen des Reitsports, Hindernisrennen, gutes Springvermögen
Herkunft, VerbreitungRussland (Hauptzuchtgebiet in der "Kosakensteppe" zwischen Don und Kaukasus, dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, mit Rostow als Zuchtmittelpunkt)
Besonderes, GeschichteKreuzung von Stuten der Don-Rasse und der Don-Schwarzmeerrasse mit kräftigen Vollbluthengsten; Anfang der 1920er-Jahre begann Marschall Budjonny mit der Zucht durch strenge Selektion; es stellte sich heraus, dass die Verbindung Vollbluthengst x Donstute günstiger als Donhengst x Vollblutstute war; 1948 Anerkennung der Rasse
Zuchtbuch1951 Eröffnung des ersten Stutbuches; Zentrum sind die Staatsgestüte im Osten Russlands sowie das Gestüt Ochkin bei Moskau

Burma Pony (Shan Pony, Pegu Pony)
FarbeAlle Farben möglich, auch Schecken, häufig mit Aalstrich
Stockmaßca. 134 cm
ExterieurRegelmäßiger Kopf mit geradem Profil, mittellanger, gut getragener Hals, schräge Schulter, mittellanger Rücken, kräftige Lende, starke Kruppe; kräftige, kurze Gliedmaßen, sehr harte Hufe; schönes Langhaar
Größere Version des Manipur
EigenschaftenGenügsam, gesund, widerstandsfähig gegen Hitze und Nässe, aktiv und anpassungsfähig
VerwendungSchneller, ausdauernder Gewichtsträger, Reiten und Zugpony, Polo-Pony
Herkunft, VerbreitungBirma (Myanmar) in Hinterindien
Besonderes, GeschichteRasse ist eng mit dem Mongolenpferd und dem Manipur-Pony verwandt; Zucht liegt in der Hand der Shan, eines Bergvolkes in Ober-Birma; Ponys ernähren sich ausschließlich von dem sehr nahrhaften Gras und "Burma-Heu"; am Ende des Monsuns werden überflüssige Ponys verkauft und exportiert; um 1900 Einkreuzung von Arabern, um die Ponys edler und größer zu machen


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