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Pferderassen alphabetisch:

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Pferderassen C

Calabreser
FarbeAlle Grundfarben, vorwiegend Füchse und Braune
Stockmaßca. 162 cm
ExterieurEdler, trockener Kopf, gerades bis leicht konvexes Profil; gut aufgesetzter, langer Hals, schräge, muskulöse Schulter, markierter Widerrist, viel Gurtentiefe, gerader, etwas langer Rücken, muskulöse, leicht abgeschrägte Kruppe, tiefer Schweifansatz; trockenes Fundament, harte Hufe; schönes Langhaar
EigenschaftenGuter Charakter, ausgeglichen, freundlich, ausdauernd; gute Grundgangarten, Springvermögen
VerwendungReit- und Sportpferd
Herkunft, VerbreitungKalabrien/Italien
Besonderes, GeschichteDem Salerner sehr ähnliches Pferd; Ursprung der Rasse reicht bis in die Zeit des alten Roms zurück; Pferde aus dem Gebiet des Imperium Romanum (von der Nordsee bis zur Sahara, von Gibraltar bis Ägypten und Armenien) wurden eingeführt und gekreuzt; im Mittelalter Einfluss von Neapolitaner, Berber, Araber und spanischen Pferden; Rasse war aufgrund politischer Wirren im 19. Jh. fast völlig verschwunden; seit Beginn des 20. Jh. Versuch, eine neue Zucht mithilfe von Englischen Vollblut- und Salerner Hengsten aufzubauen, dadurch ging der alte Typ des barocken Schulpferdes verloren, der heutige Typ entspricht eher dem Salerner

Camargue-Pferd (Crin Blanc)
FarbeNur Schimmel
Stockmaß135 bis 148 cm
ExterieurGroßer Kopf orientalischen Typs mit geradem Profil, ausdrucksvolle Augen, aufmerksame Ohren; kurzer kräftiger Hals, kurze, steile Schulter, viel Gurtentiefe, mittellanger Rücken, schmächtige Hinterhand, tief angesetzter Schweif; kräftige Beine, große, runde Hufe; volles kräftiges Langhaar
EigenschaftenRobust, genügsam, ausgeglichen, lerneifrig, mutig, kräftig, ausdauernd, fügsam; oft gute Springbegabung
VerwendungArbeitspferd der südfranz. Stierhirten (Guardians), Distanz- und Wanderreiten, Fahrpferd; halbwild in "Manaden" lebend
Herkunft, VerbreitungFrankreich (Camargue im Rhone-Delta), Deutschland, Belgien, Großbritannien, Italien
Besonderes, GeschichteCharakterisches: Unterlippenbart sowie Behaarung am Unterbauch zwischen Nabel und Schlauch; die Ursprünge des auch "Crin blanc" genannten Camargue-Pferdes lassen sich bis zum Solutré oder zum Berber zurückverfolgen; durch Einkreuzung von Arabern und später Vollblütern erhielt man ein größeres und rittigeres Pferd für die Kavallerie; seit über 200 Jahren Reinzucht, 1972 Gründung des Nationalgestüts Uzés
ZuchtbuchStud-Book du Camargue seit 1968 für die "Race du Cheval Camargue"

Campolina
FarbeBraune, Füchse, Schimmel, häufig wildfarben, kaum Rappen
Stockmaßca. 158 cm
ExterieurLanger, trockener Kopf; hoch aufgesetzter, gut geschwungener Hals, markanter, langer Widerrist, schräge Schulter; gute Gurtentiefe, mittellanger Rücken, lange, breite Kruppe, tief angesetzter Schweif; stabiles Fundament, klare Sehnen; schönes Langhaar
EigenschaftenGeländegängig, ausdauernd, trittsicher, widerstandsfähig
VerwendungDistanzreiten
Herkunft, VerbreitungBrasilien (Zuchtzentrum im Bundesstaat Minas Geraes)
Besonderes, GeschichteEine der besten Pferderassen Südamerikas; besondere Gangarten: "Batida" (Trabtölt) und "a picada" (Passtölt); der Campolina geht aber weder Trab noch Pass; Verwandter des Mangalarga Marchador, die Abstammung geht ebenfalls auf portugiesische und spanische Pferde zurück; durch natürliche Auslese entstand der Crioulo, aus dem Wunsch nach mehr Größe und Kaliber entstand nach Einkreuzung von Englischem Vollblut, Orlowtraber, Percheron, Holsteiner und American Saddlebred der Campolina
Zuchtbuch1951 Gründung der Campolina Breeders Association in Bela Horizonte, Brasilien

Canadian Cutting Horse
FarbeAlle Farben, auch Palominos, Schecken und Falben
Stockmaß155 bis 165 cm
ExterieurAusdrucksvoller, trockener Kopf, freundliche Augen, kleine spitze Ohren; tief aufgesetzter, gerader Hals, markanter Widerrist, muskulöse, breite Brust, schräge, breite Schulter, viel Gurtentiefe, tragstarker, kurzer Rücken, muskulöse, abgeschlagene Kruppe; stabile, gut bemuskelte Beine, gut markierte Sehnen und Gelenke, kleine, harte Hufe
EigenschaftenGuter Charakter, gutes Temperament, ausgeglichen, ruhig zuverlässig
VerwendungViel "Cow sense" und große Spurtkraft; Westernreiten (Cutting, Calf Roping, Barrel Racing etc.)
Herkunft, VerbreitungKanada
Besonderes, GeschichteEnger Verwandter des American Quarter Horse, da das Canadian Cutting Horse auf dieser Rasse aufgebaut und gezüchtet wurde; reine "Gebrauchs"zucht; da es für Viehtriebe nur noch wenig gebraucht wird, ist es ein beliebtes Pferd für die o.g. Westerndisziplinen geworden
ZuchtbuchCanadian Cutting Horse Association

Canadian Horse
FarbeVorwiegend Rappen, auch Braune, Füchse
Stockmaß142 bis 162 cm
ExterieurAusdrucksvoller Kopf; kräftiger Hals, muskulöse Vorderhand, kompakter Rumpf, kräftige Hinterhand; starke Gliedmaßen, gute Hufe; dickes, langes Langhaar
EigenschaftenIntelligent, temperamentvoll, zuverlässig, hart, willig, leichtfuttrig, langlebig
VerwendungArbeits-, Turnier- und Familienpferd
Herkunft, VerbreitungKanada, USA
Besonderes, GeschichtePopulation steht auf der Liste der American Livestock Breeds Conservancy für bedrohte Tierrassen; die ersten Pferde kamen 1647 aus der Normandie und der Bretagne nach Kanada; ohne Blutauffrischung lebten sie 150 Jahre in natürlicher Auslese im kanadischen Klima und wurden als "kleine Eisenpferde" berühmt; die Zucht stagnierte Ende des 19. Jh.
Zuchtbuch1886 Anlage des ersten Stutbuchs, 1907 Anlage eines neuen; 1913 Zuchtprogramm des Landwirtschaftsministeriums; 1895 Gründung der Canadian Horse Breeders Association

 
Canadian Pinto
FarbeSchecken
Stockmaß cm
ExterieurUnterscheidung in vier Typen: den muskulösen Morgan-Typ, den eleganten Saddlebred-Typ, den schnellen Rennpferde-Typ und den Pony-Typ
EigenschaftenAusdauernd, leistungsfähig
VerwendungWesterndisziplinen, Spring-, Jagdreiten, Flachrennen
Herkunft, VerbreitungKanada
Besonderes, GeschichteNoch sehr junge Rasse, Beginn der Zucht 1961; beurteilt wird nicht nach Farbe und Scheckung, sondern nach Exterieur und Eigenschaften; der Ursprung geht auf die 40 Pferde zurück, die Ludwig XIV. den in Quebec lebenden französischen Adligen aus seinem Versailler Gestüt schenkte; aus diesen entstand das Canadian Horse, auf das der Canadian Pinto zurückgeführt wird

Cape Boerperd (Burenpferd, Kap Burenpferd, Kap-Pferd)
FarbeAlle Grundfarben; keine Albinos, Schecken oder Falben
StockmaßNicht unter 142 cm, nicht über 158 cm!
ExterieurTrockener Kopf mit geradem Profil (nicht erlaubt: Ramskopf oder konkaves Profil), intelligente Augen; mittellanger, gut angesetzter Hals, breite Brust, muskulöser Rumpf, gute Gurtentiefe, kurzer, gerader Rücken, muskulöse Hinterhand, hoch angesetzter Schweif; trockene Gliedmaßen mit markanten Gelenken, gut geformte Hufe; üppiges, feines Langhaar
EigenschaftenGutes Temperament, umgänglich, lernwillig, leistungsbereit, ausdauernd, hart, guter Charakter
VerwendungFarmpferd, bequemes Reitpferd
Herkunft, VerbreitungRepublik Südafrika
Besonderes, Geschichte"Trippel" (Tölt) mit extrem hoch rollenden Bewegungen; das "Burenpferd" stammt von dem auf Orientalen, Spanier und Vollblüter zurückgehen Kap-Pferd ab; nach 1945 war es nahezu ausgestorben; ab 1948 Erneuerung der Rasse, die stark vom Saddle Horse geprägt war und Festlegung der Zuchtstandards; ab 1994 wurden acht sorgfältig ausgewählte Hengste zur Veredlung und Typprägung eingesetzt; nur deren Nachzucht ist anerkannt, gleichzeitig wurde der Zuchtstandard neu festgelegt
Zuchtbuch1981 Gründung der Boerperd Breeders Association, Wiedereröffnung des von 1964 bis 1981 geschlossenen Zuchtbuchs

Castillonais
FarbeAusschließlich Kastanienbraune, manchmal weiße Abzeichen
Stockmaß140 bis 155 cm
ExterieurHübscher Kopf, gerades Profil; kurzer Hals, kompakter Rumpf, kurze, kräftige Beine, feste Hufe; langes, dichtes Langhaar
EigenschaftenRobust, genügsam, sehr trittsicher
VerwendungGelände- und Wanderreiten; zum Fahren geeignet
Herkunft, VerbreitungFranzösische Pyrenäen nahe der spanischen Grenze
Besonderes, GeschichteSehr alte Rasse, entstanden durch Kreuzung urzeitlicher Pferdetypen mit spanischen und orientalischen Rassen

Cayuse Pony (Indianer Pony)
FarbeAlle Farben, vor allem Braun- und Falbtöne; oft Wildpferdmerkmale (u.a. Aalstrich)
Stockmaß140 bis 148 cm
ExterieurKleiner, trockener Kopf, gerades oder konvexes Profil; schmaler kräftiger Körper, abfallende Kruppe, tief angesetzter Schweif; stabile Gliedmaßen, stahlharte Hufe
EigenschaftenSchnell, hart, ausdauernd
VerwendungPferd der "Prärieindianer", der Cowboys und der US Kavallerie
Herkunft, VerbreitungUSA
Besonderes, GeschichteDie verwilderten Pferde Amerikas (Abstammung vom Andalusier, Araber und Berber, die im 16. Jh. von den Spaniern mitgebracht wurden) werden in Kalifornien, Texas und New Mexiko "Mustangs", im Norden "Broncos", "Cayuse" oder "Indianer Pony" genannt; eigentlich "das" Pferd der Indianer, Cowboys und der US-Kavallerie; die Geschichte der Indianer ist eng mit dem Cayuse verknüpft; im 19. Jh. wurden aufgrund der einwandernden Siedler die Indianer bekämpft und durch Abschlachtaktionen die Ponys stark reduziert; im 20. Jh. Rettung des "Kulturguts" durch Robert Bislawn mit der Wild Horse Research Farm, Portervill, Kalifornien, die Spanische Barb Mustang Registry und die American Mustang Association

Charolais-Halbblut (jetzt beim Selle Francais)
FarbeAlle Grundfarben
Stockmaß150 bis 162 cm
ExterieurGroßer Kopf, mittellanger, kräftiger Hals, schräge, gute Schulter, langer Rücken, schwache Nierenpartie, lange Kruppe; etwas lange Röhren
EigenschaftenGuter Charakter, freundlich, sensibel, sehr leistungsbereit, gesund
VerwendungFrüher Kavalleriepferd; heute Jagd- und Sportpferd
Herkunft, VerbreitungGebiet von Charolais, Frankreich
Besonderes, GeschichteKreuzungsprodukt aus Englischem Vollblut und Anglo-Normannen; ähnliche Pferde sind das Nivernais- und das Bourbonnais-Halbblut; alle drei bilden keine eigene Rasse mehr, sondern sind im Selle Francais aufgegangen

 
Cheju Pony (Chedzudo Pony)
FarbeVor allem Füchse, Braune, Rappen, gelegentlich Schimmel, Albinos und Pintos
Stockmaßca. 120 cm
ExterieurHübscher Kopf, große Augen, kleine Ohren, gerades Profil; kurzer muskulöser Hals, steile Schulter, kurzer, kräftiger Rücken, leicht geneigte Kruppe, hoch angesetzter Schweif; stabile Gliedmaßen, markante Gelenke und klare Sehnen
EigenschaftenFreilebend; genügsam, widerstandsfähig, zugkräftig (trägt Lasten bis über 100 kg)
VerwendungZug- und Lastenpony
Herkunft, VerbreitungSüdkorea, auf der Insel Cheju im Südosten
Besonderes, GeschichteDas Cheju Pony soll bereits in vorgeschichtlicher Zeit existiert haben; seit der Korya Dynastie (1276-1370 n.Chr.) wurden Ponys auf die Insel gebracht und mit Zuchtpferden aus der Mongolei gekreuzt; sie wurden auch wieder auf das koreanische Festland und nach China exportiert; 1989 existierten nur noch 2.500 Ponys - die Rasse droht auszusterben; die Regierung Süd-Koreas erklärte 1987 das Cheju Pony zum nationalen Kulturerbe

Chickasaw Pony
FarbeBraune, Rappen, Füchse, Schimmel, Palominos, Stichelhaarige, Braunschimmel, oft mit weißen Abzeichen
Stockmaß135 bis 150 cm
ExterieurKurzer Kopf, freundliche Augen, kleine Ohren; kurzer Hals, kompakter Körper, abfallende Kruppe, tief angesetzter Schweif; stabiles Fundament, oft unterständige Gliedmaßen, breite, kurze Fesseln
EigenschaftenSehr gutes Temperament, guter Charakter, wendig, ausdauernd
VerwendungWesternreiten
Herkunft, VerbreitungUSA (vorwiegend North Carolina)
Besonderes, GeschichteUrsprung des Ponys sind Pferde, die von spanischen Abenteurern unter de Soto nach Tennessee und North Carolina mitgenommen wurden; mehr als 100 Pferde entliefen in die Wälder, wurden später von den dort lebenden Chickasaw-Indianern wieder eingefangen und zum Reiten und zur Zucht verwendet; Siedler kauften den Indianern Pferde ab und kreuzten sie mit ihren eigenen Pferden (vor allem Quarter Horses); aus dieser Kreuzung entstanden alle Rassen, die man für die Arbeit mit Rindern benötigte; um 1800 ging die Popularität des Chickasaw zurück, steigt jedoch seit den 1960er-Jahren wieder an

Chilean Corralero
FarbeAlle Grundfarben
Stockmaß140 bis 148 cm
ExterieurSchön geformter Kopf, gerades Profil, große, lebhafte Augen, kleine, weitgesetzte Ohren, kleines Maul; kurzer, breiter Hals, kräftige, schräge Schulter, breite Brust, kompakter Körper, muskulöse Hinterhand, runde Kruppe; kurzes, stabiles Fundament; welliges, dichtes Langhaar
EigenschaftenSehr kräftig, schnell, wendig
VerwendungArbeit mit Rindern, Landwirtschaft, Reit- und Fahrpferd
Herkunft, VerbreitungChile
Besonderes, GeschichteDie Abstammung geht auf spanische Pferde zurück, die der spanische Eroberer de Valdivia aus Peru nach Chile gebracht hatte; zusammen mit Pferden der Stämme Guzmán und Valenzuelas bildeten sie den Grundstock für die chilenische Pferdezucht; der Corralero entstand in dieser Form erst gegen Ende des 19. Jh.

China-Pony
FarbeAlle Grundfarben, bevorzugt Rot- und Grauschimmel sowie Falben (Farbe des Kaisers) mit Aalstrich und schwarzen Beinen
Stockmaß122 bis 150 cm
ExterieurNicht besonders schön; etwas schwerer, oft ramsnasiger Kopf, kleine, mandelförmige Augen, kleine Ohren; oft schlecht angesetzter, kurzer, breiter Hals, kräftige Schulter, wenig markierter Widerrist, muskulöser, gerader Rücken, abfallende, muskulöse Kruppe; gesunde, harte Beine, kleine, harte Hufe; kräftiges, dichtes Langhaar
EigenschaftenManchmal etwas wild, trittsicher, ausgesprochen zäh, leistungsfähig, ausdauernd, genügsam; schnell über kurze Strecken, Passgänger (annamitischer Trab)
VerwendungReit-, Pack- und Zugpony, Landwirtschaft, auch Polo-, Renn-, Distanz- und Jagdpony
Herkunft, VerbreitungVR China, Vorder-, Mittel- und Ostasien
Besonderes, GeschichteSehr ähnlich dem Mongolischen Wildpferd, Abstammung vom Przewalski Pferd; keine eigene Rasse, da Ponys des gleichen Typs im ganzen Fernen Osten existieren, u.a. Szetschwan-, Yünnan-, Ilin-, Tatung-, Saiffin- (auch bekannt als "Griffins"=schnelle Rennponys), Ketschui- und Siming-Pony

Chincoteague Pony - Assateague Pony
FarbeFast ausschließlich Schecken, auch andere Farben
Stockmaß122 bis 142 cm
ExterieurWenige Ponymerkmale; langer "Pferdekopf", gerades Profil; mittellanger Hals, gerader Rücken, muskulöse Hinterhand, runde Kruppe; leichtes , oft schwaches Fundament und schlechte Oberlinie
EigenschaftenZäh, oft eigensinnig und halsstarrig
VerwendungHalbwild lebend; kann ein gutes "Kinderpony" werden, nur bedingt für Sport und Arbeitszwecke einsetzbar
Herkunft, VerbreitungUSA - Inseln Chincoteague und Assateague vor der Küste der Staaten Virginia und Maryland
Besonderes, GeschichteEinzige bodenständige Ponyrasse mit allen Merkmalen einer vernachlässigten Wildbahnzucht, die sich unbeeinflusst entwickelt hat; angeblich geht die Rasse auf Orientalen zurück, die bei einem Schiffbruch an die Küste Virginias gelangten; Degenerierung durch Inzucht; in den 20er-Jahren des 19. Jh. Zuführung von Welsh- und Shetlandpony-Blut; zurzeit leben ca. 200 Ponys auf der Assateague-Insel (seit 1933 Nationalpark); einmal im Jahr (Juli) müssen die Ponys den Wasserstreifen, der die Inseln trennt, durchschwimmen, um bei der Jährlings-Auktion vorgestellt zu werden; seit 1925 ist die freiwillige Feuerwehr von Chincoteague für die Ponys zuständig

 
Cleveland Bay (früher: Chapman Horse)
FarbeNur Braune und Hellbraune mit dunklen Schattierungen, schwarze Beine; außer einem kleinen Stern keine Abzeichen erlaubt!
Stockmaß162 bis 172 cm
ExterieurGroßer, hübscher Kopf, leichte Ramsnase, ausdrucksvolle Augen; mittellanger Hals, gut geformte Schulter, flacher Widerrist, langer Rücken, viel Gurtentiefe, lange muskulöse Kruppe und Hinterhand, hoch angesetzter Schweif; kurze, kräftige und saubere Beine, gesunde, dunkle Hufe; schwarzes Langhaar
EigenschaftenIntelligent, vernünftig, kraftvoll, ausdauernd, zuverlässig, ruhig, sensibel, sehr wendig, fügsam, langlebig; raumgreifende Gänge, sehr guter Springer
VerwendungJagd-, Reit- und Fahrpferd, Vielseitigkeitspferd
Herkunft, VerbreitungEngland, USA, Australien, Neuseeland, Südafrika
Besonderes, GeschichteWahrscheinlich älteste bodenständige Pferderasse Englands (seit dem 17. Jh in der Grafschaft Cleveland) im Nordosten von Yorkshire; früher als "Chapman Horse" bekannt; die Grafschaft (Cleveland) und die Farbe braun (bay) gaben der Rasse den Namen; durch starke Zuführung von Englischem Vollblut entstand das elegante Yorkshire Coach Horse, das heute allerdigns fast ausgestorben ist; heutige Einkreuzungen von Englischem Vollblut ergeben ausgezeichnete Hunter; die Rasse zählt zu den "gefährdeten Haustieren"
Zuchtbuch1884 Eröffnung des Stutbuchs Cleveland Bay Horse Society, später ein Register für Part-Bred Cleveland Bays

Clydesdale
FarbeHell- und Dunkelbraune, Rappen mit viel Weiß an Kopf und Beinen; Schimmel erlaubt; häufig viele Abzeichen am ganzen Körper (meist am Bauch)
Stockmaß165 bis 172cm
ExterieurGut proportionierter, nicht sehr großer Kopf, freundliches Gesicht, gerades Profil, breites Maul, wache Augen; langer, gut gebogener und aufgesetzter Hals, schräge Schulter, markanter Widerrist, viel Gurtentiefe, starker, kurzer Rücken, muskulöse Hinterhand, lange, breite, muskulöse abgeschlagene Kruppe, hoch angesetzter Schweif; kräftiges Fundament, lange Beine, starke Gelenke, große, breite Hufe; feiner, üppiger Bein- und Fesselbehang, feines, üppiges Langhaar; Schweif wird nicht mehr kupiert, aber geschoren
EigenschaftenFreundlicher Charakter, sehr fleißig, ausdauernd, robust, kräftig, intelligent, temperamentvoll, lernbereit
VerwendungZugpferd für schwere und schwerste Lasten, Show-Horse, Landwirtschaft
Herkunft, VerbreitungClyde-Tal in der Grafschaft Lanarkshire (Schottland); England, Irland, Europa, USA, Kanada, Neuseeland, Australien, Japan
Besonderes, GeschichteMitte des 18. Jh. wurden schottische Landstuten mit flämischen Hengsten, Shire- und Cleveland Bay-Hengsten gekreuzt, 1877 begann die Reinzucht, das Clydesdale wurde zu einem begehrten Zugpferd; heute vorwiegend Einfluss auf die Zucht schwerer Reit- und Jagdpferde
Zuchtbuch1878 Eröffnung des Stutbuchs durch die Clydesdale Horse Sociaty of Great Britain, Edinburgh/Scotland, gegr. 1877

Cob
 Mit Cob bezeichnet man keine Rasse, sondern einen bestimmten Pferdetyp, der durchaus unterschiedlicher Rasse sein kann. Es bestehen jedoch genaue Vorstellungen über das Aussehen und die Eigenschaften dieses Typs. Cob ist ein altes englisches Wort für ein untersetztes, kräftiges Pferd.
Farbenicht festgelegt
Stockmaß140 bis 155 cm
ExterieurIn der Regel großer Kopf, starker, gebogener Hals, kräftige, schräge Schulter, kurzer, starker Rücken, tiefe Brust, viel Gurtentiefe, stark muskulöse Kruppe; kurze stämmige Beine, harte Hufe
EigenschaftenZuverlässig, ruhig, kraftvoll, ausdauernd, möglichst angenehme Gänge
VerwendungReit-, Kutsch- und Jagdpferd
Herkunft, Verbreitung, BesonderesVorwiegend aus Irland und England (z.B. gezogen aus Irisch Draught, Connemaras und Vollblütern); Vorläufer der Cobs waren dne "rouncys", mittelgroße Allzweckpferde für Reise, Kampf und Landwirtschaft; eine systematische Zucht gibt es nicht, oft sind Cobs "Zufallsprodukte" von Kreuzungen (z.B. der Northumberland Cob stammt einer Kreuzung von Hackney und Welsh Cob); die British Hack & Cob Association lässt nur Pferde zu, die über 85 kg tragen können und zwischen 148 und 155 cm Stockmaß haben

Cob Normand (Normannischer Cob)
FarbeBraune, Füchse, selten Schimmel oder Falben
Stockmaß160 bis 170 cm; Gewicht 550 bis 800 kg
ExterieurAusdrucksvoller, mittellanger Kopf, lebendige Ohren und Augen, gerades Profil; hoch aufgesetzer Hals, niedriger Widerrist, markante, schräge Schulter, kompakter Rumpf, viel Gurtentiefe, kurzer Rücken, breite, lange, schräge Kruppe; kupierter Schweif, üppiger Schopf und Mähne, kaum Fesselbehang; kraftvolle, kurze Beine, gesunde Hufe
EigenschaftenGefügig, leistungsstark guter Charakter
VerwendungGespannpferd für Landwirtschaft, Gewerbe, Freizeit und Fahrsport; Fleischlieferant
Herkunft, VerbreitungFrankreich (Hauptzuchtgebiet Department La Manche)
Besonderes, GeschichteAnfang des 20. Jh. gab es zwei Typen: 1. den leichten, hochblütigen mit langem Schweif (ins Selle Francais übergegangen), 2. den schweren (Cob Cultural) mit kupiertem Schweif (der heutige Cob); die Züchter wollten die beiden Typen für die Landwirtschaft und das Militär besser unterscheiden können, daher wurde der Cob-Typ kupiert und erhielt den Namen "Cob"
Ist der Vater Cob, wird auch das Fohlen als Cob angesehen
ZuchtbuchKein Zuchtbuch; Hengste sind im Haras National de Saint Lo, Frankreich, aufgestellt

Colorado Ranger
FarbeFast nur Tigerschecken (s. Appaloosa)
Stockmaß150 bis 157 cm
ExterieurFeiner, ausdrucksvoller Kopf, gerades Profil, breite Stirn, große Augen, kleines Maul; gut aufgesetzter, muskulöser Hals, flacher Widerrist, schräge Schulter, tiefer Rumpf, kurzer, breiter Rücken, muskulöse, etwas kurze, abfallende Kruppe; korrektes Fundament, feine Fesseln, sehr harte Hufe; üppiges helles Langhaar
EigenschaftenSehr ausdauernd, arbeitsfreudig, leistungsfähig trittsicher, wendig, spurtstark
VerwendungArbeits- und Westernpferd, früher Kavalleriepferd
Herkunft, VerbreitungColorado/USA, Jordanien
Besonderes, GeschichteEiner der seltensten, aber auch hochwertigsten Vertreter der Freilandzucht; auf der Basis der Cayuses, Mustangs und deren Kreuzungen sowie Zuführung des Schimmel-Arabers Leopard, geb. 1873, und des Berber-Rappschimmels Linden Tree, geb. 1874, entstand um 1870 der Colorado Ranger; ursprünglich sollten leichte Fahrpferde gezüchtet werden; mit einheimischen Stuten entstanden auf der ColbyRanch in Nebraska die gefärbten und gescheckten Pferde; später Auffrischung durch Quarter- und Vollbluthengste; die Scheckung war immer nachrangig und ist keine Voraussetzung für die Rassezugehörigkeit
Zuchtbuch1878 Erstellung eines Registers; der Zuchtverband war bis 1968 auf eine Mitgliederzahl von 50 beschränkt; 1994 Gründung der Colorado Horse Association

 
Comtois
FarbeMeist Füchse und Braune
Stockmaß150 bis 160 cm, Gewicht 600 bis 800 kg
ExterieurQuadratischer, markanter Kopf, lebhafte Augen, kleine bewegliche Ohren; gut aufgesetzter bemuskelter Hals, betonter Widerrist, schräge Schulter, breite Brust, viel Gurtentiefe, kurzer kräftiger Rücken, muskulöse, abfallende, breite gespaltene Kruppe, tief angesetzter Schweif (kupiert, wird aber immer seltener); kurze, kräftige Beine, klare Sehnen, breite, prägnante Gelenke, oft säbelbeinig, mittelgroße, feste Hufe, heller Behang; üppiges helles Langhaar
EigenschaftenLebhaft, arbeitsfreudig, gehorsam, genügsam, widerstandsfähig, frühreif, kraftvoll, trittsicher, zugwillig
VerwendungZugpferd für schwierige Hanglagen der Forsten und des Weinbaus, fürher ausgezeichnetes Armeepferd
Herkunft, VerbreitungFrankreich (Franche Comté (Freigrafschaft Burgund)), schweizerisch-französisches Grenzgebiet, Zuchtmittelpunkt: Haras National de Besancon in Besancon/Frankreich
Besonderes, GeschichteDer Name stammt von der Freigrafschaft Burgund (Franche Comté); Ursprung der Rasse reicht bis in die Zeit der Völkerwanderung zurück; bevorzugt im Mittelalter und im 19. und 20. Jh. bei den Heeren; die Einkreuzung von Ardenner-Hengsten zu Beginn des 20. Jh. führte zu einer Verstärkung und Konsolidierung der Rasse; seit 1925 Reinzüchtung
ZuchtbuchAnlage des Stutbuchs 1919; Zuchtmittelpunkt: Haras National de Besancon in Besancon/Frankreich

Connemara Pony
FarbeSchimmel, Falben mit Aalstrich und schwarzen Beinen, Braune, Rappen, Füchse und Palominos; keine Schecken
Stockmaß135 bis 148 cm
ExterieurGut getragener, ausdrucksvoller Kopf, gerades oder leicht konvexes Profil; mittellanger Hals, lange, schräge Schulter, gute Sattellage, mittellange, leicht abfallende Kruppe, mittelhoch angesetzter Schweif; kräftiges, korrektes Fundament mit kurzen Beinen, markante Gelenke, harte, gut geformte Hufe; schönes Langhaar
EigenschaftenIntelligent, freundlich, ruhig, vernünftig, gefügig, robust, leichtfuttig
VerwendungReit-, Spring-, Gelände- und Wagenpferd
Herkunft, VerbreitungLandschaft Connemara in der Grafschaft Connaught, Irland; Großbritannien, Europa und weltweit
Besonderes, GeschichteNachfahre keltischer Ponys aus dem 5. Jh. v.Chr und einziges einheimisches Pferd Irlands; sie wurden als Passgänger unter dem Namen "Hobby" im 14. Jh. bekannt und geschätzt; Einkreuzung von Andalusiern und Arabern (daher die Schimmelfarbe und die leichte Neigung zu Knieaktion und zum Bügeln), seit den 1940er-Jahren Vollblut; Festlegung des Zuchtziels 1924; typische Vertreter der Rasse sind die noch wild in den Bergen der irischen Westküste in der Privinz Connaught lebenden, durch natürliche Auslese erhaltenen Wildponys
Zuchtbuch1926 Eröffnung des ersten Stutbuchs

Criollo (Kreole)
FarbeVorwiegend Falben (Maus- und Fuchsfalbe) mit Aalstrich und Zebrastreifen, auch Isabellen, Füchse, Schimmel, Rappen und Braune; Tobianos (Schecken) nur in Brasilien und Uruguay erlaubt
Stockmaß138 bis 150 cm
ExterieurKurzer, breiter Kopf, gerades oder konvexes Profil, große, ausdrucksvolle Augen, kleine spitze Ohren; muskulöser Nacken, mittellanger Hals, deutlicher Widerrist, kräftige, schräge Schulter, breiter Brust, tiefer Rumpf, kurzer Rücken, starke Nierenpartie, runde, muskulöse Kruppe, tiefer Schweifansatz; elegante kräftige Beine, mittellange, starke Fessel, kleine harte, meist schwarze Hufe; kräftiges Langhaar
EigenschaftenZäh, willig, ausgeglichen, sehr ausdauernd, genügsam, leistungsbereit, gehorsam, wendig, leichtfüßig und trittsicher; starke Pass- und Töltveranlagung
VerwendungReit- und Zugpferd, ausgezeichneter Gewichtsträger, "Gauchopferd"
Herkunft, VerbreitungSüdamerika, Hauptzuchtgebiete Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay
Besonderes, GeschichteNachkomme der mit den spanischen Eroberern im 16. und 17. Jh. ins bis dahin pferdelose Land gekommenen Pferde, die viel Araber- und Berberblut führten; entlaufene und nicht mehr benötigte Pferde verwilderten; sie leben in halbwilden Herden, die voneinander nur durch die Namen in den einzelnen Staaten unterschieden werden; Verdienste um die Reinzucht gebühren Dr. Emilio Solanat; 1959 Zusammenschluss aller Zuchtländer im Zuchtbuch der Criollorasse, um Mischprodukte (so genannte Mestizios bzw. Cruzados) von der Zucht auszuschließen; in Argentinien werden jährlich Leistungsprüfungen abgenommen: die Pferde müssen eine Strecke von 750 km mit einem zusätzlichen Gewicht von mindestens 110 kg (Reiter samt Sattel und Zubehör) in 14 Tagen zurücklegen und dürfen sich nur von Wasser und Futter ernähren, das sie unterwegs finden.
Der Criollo existiert unter verschiedenen Namen: in Argentinien und Uruguay heißt er Criollo, in Chile Caballo Chileno, in Peru Costeno, in Venezuela Llanero und in Brasilien Crioulo Brazileiro.
Zuchtbuch1918 Eröffnung eines Stutbuchs; 1923 Gründung des Zuchtverbands

CSFR-Kaltblut (Tschechisches Warmblut)
FarbeVorwiegend Braune, Füchse und Rotschimmel
Stockmaß150 bis 158 cm
ExterieurHübscher, mittelgroßer Kopf, gerades Profil, lebhafte Augen; mittellanger Hals, flacher Widerrist, lange, breite Schulter, kurzer, kräftiger Rücken, muskulöse, breite, leicht abgeschlagene Kruppe; kräftige Beine, stabile Gelenke, harte Hufe, wenig Behang; Gewicht zwischen 600 und 800 kg
EigenschaftenGuter Charakter, ausdauernd, fleißig, sehr trittsicher, gutes Temperament
VerwendungZug- und Wirtschaftspferd, Tourismus, Fleischlieferant (Export)
Herkunft, VerbreitungBöhmen und Mähren/Tschechische Republik
Besonderes, GeschichteDie Zuchtbasis entstand Mitte des 18. Jh. in Mittel- und Nordböhmen und Mähren aus heimische Arbeitspferden, die mit Brabantern und Ardennern gekreuzt wurden; im südlichen Böhmen und Teilen der Slowakei und Mährens bevorzugte man Noriker; zu Beginn des 19. Jh. war diese Kaltblutzucht auf einem sehr hohen Niveau; starker Einbruch nach 1960; ab 1975 Stabilisierung des Bestandes
ZuchtbuchZucht in den großen Gestüten der ehemaligen Tschechoslowakei

CSFR-Warmblut (Tschechisches Warmblut)
FarbeAlle Grundfarben, vorwiegend Braune und Füchse, keine Schecken
Stockmaß158 bis 172 cm
ExterieurHübscher, mittelgroßer Kopf, gerades oder konkaves Profil; mittellanger, nicht immer ideal geformter Hals, lange, schräge Schulter, markierter Widerrist, mittellanger, breiter Rücken, gute Gurtentiefe, muskulöse, breite Kruppe; je nach Typ leichte bis kräftige Beine, gut markierte Gelenke, oft weiche Hufe; schönes, volles Langhaar
EigenschaftenGuter Charakter, gutes Temperament
VerwendungJe nach Zuchtrichtung und Verwendung als Sportpferd oder Karossier, Reit- und Freizeitpferd mit guter Springveranlagung
Herkunft, VerbreitungTschechische Republik
Besonderes, GeschichteZuchtgeschichte geht bis ins 15. Jh. zurück; das tschechische Warmblut gewann erst nach dem Zerfall der Monarchie zu Beginn des 20. Jh. an Bedeutung; auf der Basis von Kladrubern, Englischem Vollblut, Furioso, Przedswit, Gidran und Shagya entstand der sportliche Typ; seit den 1960er-Jahren vermehrtes Streben nach einem vielseitigem, leistungsfähigen Warmblut durch Zuführung von Hengsten der deutschen Rassen (Hannoveraner und Trakehner) sowie Furioso, Gidran und Vollblüter
ZuchtbuchZucht in den großen Gestüten der ehemaligen Tschechoslowakei


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