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Pferderassen E

Einsiedler (Cavallo della Madonna)
FarbeAlle Grundfarben
Stockmaß155 bis 165 cm
ExterieurAusdrucksvoller Kopf, breite Stirn, weit auseinanderliegende Augen, lebhafte Ohren; gut aufgesetzter Hals, starke, schräge Schulter, breite Brust, gut ausgebildeter Widerrist, viel Gurtentiefe, kräftiger Rücken, muskulöse Hinterhand, leicht abfallende Kruppe; lange Gliedmaßen, gut markierte Sehnen und Gelenke, gesunde, harte Hufe
EigenschaftenLebhaft, zuverlässig, ruhig, sensibel, gesund, aufmerksam
VerwendungVielzweckpferd mit guten Springanlagen, Fahrpferd
Herkunft, VerbreitungSchweiz (Benediktinerabtei Einsiedeln)
Besonderes, GeschichteGestüt des Klosters betreibt die Zucht seit über 1000 Jahren, älteste urkundliche Erwähnung 1064; 1500-1800 Blütezeit des Gestüts, in Italien waren die Pferde als "Cavallo della Madonna" bekannt und sehr beliebt; 1798 Raub des gesamten Bestands durch französische Revolutionsheere; 1811 betrug der Bestand, der mühsam aus noch im Land vorhandenen Tieren aufgebaut wurde, wieder 53 Pferde; Mitte des 19. Jh. Einkreuzung von Englischem Halbblut und Anglo-Normännern; seit 1960 vermehrte Einkreuzung von französischen, deutschen und schwedischen Hengsten zur Entwicklung des sportlichen Aspekts der Rasse; Zucht wird nur noch in geringem Maße betrieben
Zuchtbuch1784 Begründung des Gestütsbuchs, 1840 Anlage des Zuchtbuches

Englisches Reitpony
FarbeAlle Farben
StockmaßKleiner Typ bis 124 cm, mittlerer Typ 125 bis 134 cm, großer Typ 135 bis 145 cm
ExterieurHübscher, kleiner Kopf, gerades Profil, große, ausdrucksvolle Augen, kleine Ohren; schön geformter, langer Hals, tiefe, breite Brust, schräge, gut gelagerte Schulter, markierter Widerrist, viel Gurtentiefe, gerader, muskulöser Rücken, runde Kruppe; klares Fundament, stabile Gelenke, harte, kleine, gesunde Hufe
EigenschaftenAusgeglichen, willig, energisch, leistungsfähig
VerwendungHochwertiges Reit- und Springpony
Herkunft, VerbreitungGroßbritannien
Besonderes, GeschichteErgebnis der Kreuzung von Englischem und arabischem Vollblut mit einheimischen Ponyrassen

Englisches Vollblut (xx) (Thoroughbred, Pur Sang)
FarbeAlle Grundfarben, vorwiegend Braune, Dunkelbraune, Füchse, auch Rappen und Schimmel
Stockmaß 145 bis 170 cm
ExterieurEdler Kopf, große Augen und Nüstern; langer, gewölbter Hals, oft mit "Axthieb", prägnanter Widerrist, viel Gurtentiefe, lange, schräge Schulter, mittellanger, elastischer Rücken, muskulöse Hinterhand, lange muskulöse, schräge Kruppe; trockene Gliedmaßen, ausgeprägte Gelenke, gut markierte Sehnen, nicht zu große, korrekte Hufe, schön getragener Schweif; feines seidiges Haar und Langhaar
Eigenschaften Mutig, ausdauernd, schnell, energisch, charakterstark, sensibel, nervig, zäh, gute Gesundheit, temperamentvoll; raumgreifende, elastische Bewegungen in allen Gangarten
VerwendungRennpferd; Reit-, Spring- und Militarypferd
Herkunft, VerbreitungGroßbritannien; Europa, weltweit
Besonderes, Geschichte Seit dem 12. Jh. gibt es in England Pferderennen; durch die Zufuhr orientalischen Blutes wurden die Rennpferde immer wieder veredelt; Mitte des 17. Jh. kam die Stutenherde der Royal Barb Mares nach England, 59 Stuten davon wurden die Stammmütter der 59 Familien, denen alle heute lebenden Vollblüter angehören.
Die drei wichtigsten Hengste und Begründer des "Englischen Vollbluts" sind:
Byerley Turk, Begründer der Herod-Linie; der 1683 von einem Holländer während der Belagerung Wiens erbeutet wurde und 1689 mit Captain Byerley, der den Hengst kaufte, nach England kam;
Darley Arabian, Urgroßvater des berühmtesten Rennpferdes aller Zeiten und Begründer der Eclipse-Linie; ein rotbrauner Hengst aus der arabischen Familie der Managhi, der von dem Kaufmann Mr. Darlays of Buthercramb aus der Grafschaft Yorkshire auf einer Levantefahrt erworben und 1705 nach England gebracht wurde;
Godolphin (ursprünglich Sham) soll ein Berber gewesen sein, der 1730 als Geschenk des Beys von Tunis an Ludwig XV. nach Frankreich kam; auf Umwegen kam der Hengst nach England, wo er als Probierhengst in den Besitz des Earl of Godolphin gelangte; aus einer nicht programmierten Paarung mit der Stute Roxana entstand Lath, ein anderes der berühmten Rennpferde der Zeit; Sham wurde zu Godolphin Barb und zum Begründer der Matchem-Linie.

Im General Stud Book im 19. Band von 1901 wird durch die Brüder Weatherby der Begriff Vollblut = "Thoroughbred" (=durchgezüchtet) wie folgt definiert: "Jedes Pferd, das in das General Stud Book eingetragen werden soll, muss 8 oder 9 Generationen reinen Blutes über einen Zeitraum von mindestens 100 Jahren nachweisen, und außerdem müssen sich in seiner nahen Verwandtschaft ausreichende Leistungen auf der Rennbahn feststellen lassen, durch die das Vertrauen in die Reinblütigkeit des Pferdes bestätigt wird".
Durch die seit 200 Jahren durchgeführte konsequente Selektion sind Vollblüter die reinste auf Leistung gezüchtete Pferderasse, nur die erfolgreichsten Hengste werden zur Zucht zugelassen; zur Veredlung für die gesamte Pferdezucht von unschätzbarem Wert; in Deutschland finden Pferderennen seit Anfang des 19. Jh. statt, es folgten die Gründung von Rennvereinen sowie namhafter Gestüte wie Graditz, Schlenderhan, Waldfried u.a. (s. auch Pferderennen, Rennpferde)

Zuchtbuch1793 Gründung des General Stud Book in England
Für Deutschland: Direktorium für Vollblutzucht und -rennen e.V., Köln

Esperia Pony
FarbeRappen, kleine Abzeichen
Stockmaß 130 bis 140 cm
ExterieurHübscher, leicht "arabischer" Kopf; drahtiger Körper, flacher Widerrist, relativ langer Rücken, schräge Kruppe; schlanke, sehnige Beine, harte Hufe
EigenschaftenSehr robust, anspruchslos, gesund, zuverlässig, freundlich
VerwendungFrüher als Zugpony und in der Landwirtschaft; heute gute Reit- und Fahrponys für Kinder und leichte Erwachsene, die Ponys sollten frühzeitig an Menschen gewöhnt werden
Herkunft, VerbreitungIn den Bergen in Latium nahe Rom/Italien
Besonderes, GeschichteAbstammung von einer sehr alten Wildpferderasse, auch arabisches und berberisches Blut ist eingeflossen; sehr seltene Rasse (nur noch ca. 200 Tiere)

 
Estnisches Pferd (Estnischer Klepper, Estnisches Kleinpferd)
FarbeHäufig Braune mit Aalstrich, Falben, Isabellen und Füchse mit hellem Langhaar
Stockmaß138 bis 150 cm
ExterieurGut geformter Kopf (oft Hechtkopf), ausdrucksvolle Augen; kurzer bis mittellanger, starker Hals, gute Schulter, mittellanger Rumpf, viel Gurtentiefe, gute Kruppe; kräftiges Fundament, stark ausgeprägte Gelenke, harte Hufe; feines Fell, schönes Langhaar
EigenschaftenGuter Charakter, ruhiges Temperament, anspruchslos, gesund, hart, langlebig
VerwendungReit- und Fahrpony
Herkunft, VerbreitungRepublik Estland (auf den Inseln Hiuma, Muhu und Saarema und im Osten am Peipussee)
Besonderes, GeschichteEntwickelte sich aus dem Urpferd des Ostens zum Estnischen Landpferd; im 19. Jh. durch Einkreuzung des Finnischen Kleppers Entwicklung eines größeren und gröberen Einschlags im Gegensatz zum kleinen, leichten, schnellen "Inselpferd"; Zuchtmittelpunkt im Gestüt Torgel
ZuchtbuchVereinigung der Züchter des Estnischen Pferdes in Hapsal

Exmoor Pony
FarbeAlle Braun- und Falbschattierungen, Mehlmaul, Krötenaugen, heller Bauch und helle Beininnenseiten, weiße, Abzeichen nicht erlaubt, dunkle Beine, dunkles Langhaar
Stockmaßnicht über 130 cm
ExterieurHübscher Kopf, breite Stirn, leicht hervorquellende Augen, dicke, kurze, gespitzte Ohren, große Nüstern; kurzer, kräftiger Hals, breite, tiefe Brust, gute Schulter, deutlicher Widerrist, mittellanger, breiter Rücken, kräftige, abfallende Kruppe, tief angesetzter Schweif; kurze, saubere Beine, gut geformte, kräftige Gelenke, harte Hufe; Fell im Winter rauh und elastisch, im Sommer dicht, hart und messing-glänzend; volles Langhaar
EigenschaftenIntelligent, schnelle Auffassungsgabe, guter Charakter, wachsam, freundlich, robust, ausdauernd, zutraulich, anhänglich, extrem widerstandsfähig
VerwendungReit- und Fahrpony für Kinder, gute Springveranlagung, Arbeits-, Reit-, Fahr- und Jagdpferd, Gewichts- und Lastenträger
Herkunft, VerbreitungLebt im Exmoor (Südwesten Englands) im halbwilden Herdenverband
Besonderes, GeschichteUrsprünglich ein reines Wildpony; gilt als älteste britische Ponyrasse; schon im 12. Jh. als Arbeitspferd genutzt; die Tiere leben selbst im härtesten Winter ohne menschliche Betreuung frei im Moor; sie werden jeden Herbst registriert und gebrannt
ZuchtbuchSeit 1920 planmäßige Überwachung durch die Exmoor Pony Society


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